Am 12.02.13 schrieb Juliane Ahrend an pro.biores.suedharz@gmail.com

In dem Sinne ist das Biores kein Reservat.
Die deutsche Übersetzung des MAB-Programms wäre eher gleichbedeutend mit „Reservoir/Reserve“. Und zwar von was? Genau: der Karstlandschaft Südharz als einzigartige Kultur- und Naturlandschaft.
Was früher vllt. noch ohne besondere Schutzauflagen ging, ist in der heutigen Zeit einfach nicht mehr anders möglich. Geht doch alle mal in eine landschaftlich relativ unberührte und schöne Gegend. Zu nahezu 100% wird die unter einem besonderen Schutz stehen.
Das muss einfach jedem klar sein, damit auch Politiker/Presse in Kleinkleckersdorf endlich richtig aufgeklärt werden. Die müssten nur mal nach BaWü schauen! Da hat sich die örtliche Wirtschaft die Finger nach dem „Biosphärenreservat Schwäbische Alb“ geleckt.
Es ist einfach nur peinlich, mit was für Argumenten die Südharzer Politprominenz um sich wirft und so was von widerlegbar! Vllt. sollten auch mal die Regionalblätter bei der Berichterstattung und Betitelung von ihrem Vorbild Springer abweichen.

 

Am 11.02.13 schrieb Alexandra Schatz an pro.biores.suedharz@gmail.com

Liebe Akteure des Aktionsbündnisses,

mit Begeisterung sehe ich, wie die Liste der Bündnispartner wächst.
Immer wieder wird von bestimmten Personen angeführt, wieviele Arbeitsplätze der Region durch das Biosphärenreservat verloren gehen könnten. Keiner sagt, wieviele Arbeitsplätze dadurch entstehen bzw. durch den Tourismus gesichert werden! Wir haben letztes Jahr auch wegen den steigenden Übernachtungszahlen eine weitere Facharbeiterin eingestellt. 

Ich kann mich an ein ähnliches Szenario erinnern, bei der ich eine Rede anlässlich der Einweihung des Containers vom Tourismusbüro´s am Schützenplatz zum Thema wachsender Tourismus halten sollte (lang ist´s her). Der damalige Bürgermeister Czudaj sagte dann zu mir: …..Wissen Sie, der Tourismus wird in Sangerhausen nie eine Rolle spielen, Sangerhausen wird immer eine Stadt des Maschinenbau´s bleiben! 
Auch er hatte – wie wir ja wohl alle wissen – nicht Recht! 
Offensichtlich sind Bürgermeister in Ihrer Meinung nicht maßgeblich, wenn es um den Tourismus geht.

Viele Grüße

Alexandra Schatz


Gut Drebsdorf
A. Schatz & Partner GbR
06536 Südharz OT Drebsdorf

Am 09.02.13 schrieb Bernd Ohlendorf an pro.biores.suedharz@gmail.com

Es geht um mehr!

Es geht um Verstand, Vernunft, Integrität, Kommunikation und natürlich um Herz, um die Liebe zur Heimat, um unsere Identität und die hier lebenden Menschen, es geht um die Anerkennung  als UNESCO-Biosphärenreservat!

Es geht um den Stolz, um die einmalige Chance, in ein Weltnetz auserwählter Regionen aufgenommen zu werden. Es geht um die Verantwortung – darum, die Verantwortung zu übernehmen; es geht um das Jetzt, es geht um die Zukunft, um die kommender Generationen.

Es geht nicht um die Frage, was es uns jetzt bringt. Es geht vielmehr darum, wie kann der natürliche Schatz bewahrt werden, wie können sich die Menschen heute und morgen an diesem Schatz erfreuen ohne ihn zu zerstören, was können wir unseren Kindern auf den Weg geben, um Schätze zu erkennen und sie weiter zu behüten. Das ist unser Reichtum!

Es geht nicht um Kurzsichtigkeit, Verblendung, Manipulation, Drohung oder gar Erpressung … – es geht um Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Transparenz, Miteinander…

Es geht darum, dass die Bürger, also wir – das Volk, mehrheitlich die UNESCO-Anerkennung wollen!

Es geht auch um den Stolz auf unsere Jugend, welche begonnen hat, selbst tätig zu werden und Verantwortung zu übernehmen, die das nicht nachvollziehbare, verantwortungslose Vorgehen Einzelner nicht dulden und die Öffentlichkeit zum Handeln auffordern.

Es geht auch darum, dass Rechtsstaatlichkeit und Gleichbehandlungsgrundsatz für Jedermann gilt.  Viele Menschen in unserer Region sind stolz, dass die Landesregierung das Projekt Biosphärenreservat unterstützt und vorangetrieben hat und hoffentlich bis zur UNESCO-Anerkennung umsetzt.

Die regionalen und überregionalen Reaktionen auf den Internetauftritt „Rettet das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz“ zeigen, dass es richtig ist, sich für die Anerkennung durch die UNESCO einzusetzen. Sie zeigen deutlich, wie viele Menschen mit der Region verwurzelt sind bzw. verwurzelt sein möchten. Sie zeigen auch, dass Neugier für die Region geweckt wird, für unsere Region aktiv Werbung erfolgt, die die Wertschöpfung festigt und organisiert.

Die Anerkennung durch die UNESCO-Kommission ist wichtig: die überwiegende Mehrheit der Menschen ist dafür – und das ist Demokratie! Es geht um das Gemeinwohl!

Bernd Ohlendorf, Stolberg, 09.02.2013

Am 06.02.13 schrieb Silvana Dirnberger an pro.biores.suedharz@gmail.com

Rett-ich die Wirtschaft oder die Natur?

Die Entwicklung des Tourismus im Südharz, besonders in Rottleberode kommt nur schleppend voran. Wie denn auch? Die vorhandene Infrastruktur dafür wurde seit Jahren durch Misswirtschaft und Fehlinvestitionen systematisch verachtet – verwahrloster Ortskern, siehe denkmalgeschützte Gebäude „Alte Post“ (abgerissen) und „Tulpe“, heruntergewirtschaftete Schloss- und Parkanlage, Schandflecke ehemalige Kaufhalle und altes Gemeindehaus, verlassener Streichelzoo, „Pulvermühle“, Relikte eines Naturlehrpfades, Geldverschwendung für Teichausbaggern und angeblich naturnahe Sanierung des Grabensystems, kaputte Straßen. Die Schauhöhle „Heimkehle“ fristet ebenfalls ein Schattendasein. Wie soll diese Attraktion im Südharz touristisch erschlossen werden, wenn gegenüber eine riesige Industrieanlage das Landschaftsbild beeinträchtigt? Schöner Ausblick!

Der stinkende, lärmende Holzpark am Ortseingang bietet eine wunderbare Einstiegskulisse, um in der einzigartigen Landschaft des Südharzes Erholung zu finden. Keine Frage, Industrie hat in Rottleberode Tradition. Aber diese Ausmaße des Holzparks und deren absehbare Erweiterung können doch nicht im Einklang mit Natur- und Sozialverträglichkeit vereinbart worden sein. So ein Werk benötigt viel Wasser. Da ist es ja gut, dass im Südharz reichlich davon aus unzähligen Quelltöpfen sprudelt. Da fragt sich nur, wie lange? Ist der sprudelnde Quelltopf versiegt, kann sich die Gemeinde Südharz über die größte Industriebrache im Weltnaturerbe freuen. Das ist nachhaltig und ein topp Aushängeschild für das Weltnaturerbe. Die Bewohner des Nachbarortes Uftrungen können sich ebenfalls freuen, wenn der Westwind noch mehr Lärm und Gestank ihre schöne lichtüberflutete Dorfidylle stören wird.

Herzlichen Dank an den Bürgervertreter der Gemeinde Südharz und seinem treuen Gemeinderat für ihr nachhaltiges Erbe, das sie den kommenden Generationen hinterlassen werden.

Der schöne kleine Ort Rottleberode, am „Alten Stolberg“ – Naturschutzgebiet gelegen wurde seiner Identität beraubt. Dabei war Rottleberode auf dem guten Weg, wirtschaftliche Interessen vielseitig umzusetzen. Die vorhandene Naturraumausstattung bietet alles, um die Region auch durch den Tourismus zu fördern. Diese Chance wurde nicht genutzt. Auch rund um Rottleberode am „Alten Stolberg“ könnte der Karst erwandert werden. Für Familien mit Kindern und Senioren bieten die Ausläufer des Harzes beste Bedingungen für Aktivitäten, die nicht gleich die beste Kondition bedingen. Da der Harz insgesamt kleinflächig ausgelegt ist, sind touristische Highlights wie der Brocken auch vom Südharz gut und schnell zu erreichen.

Viel zu einseitig sind die Interessen in der Gemeinde Südharz angelegt. Nicht das Gemeinwohl steht dabei im Vordergrund sondern Egoismus gepaart mit Ignoranz gegenüber ungenutzten Potentialen. Da stellt sich die Frage, wo bleibt da die Nachhaltigkeit? Tourismus ist auch ein Wirtschaftszweig, der ebenfalls richtig angepackt, eine weitere sprudelnde Einnahmequelle für die Gemeinde Südharz darstellen kann. Es ist ja nicht so, dass der sanfte Tourismus im Harz erst neu erfunden werden muss. Vielleicht sollte mal über den eigenen Badewannenrand geschaut werden, um sich Inspirationen aus angrenzenden Destinationen zu holen. Das bedarf Kommunikation und Kooperation. Verschiedene Interessen bieten immer einen guten Nährboden für ein hohes Konfliktpotential zwischen betroffenen Parteien. Abwägung ist das oberste Gebot. Leider wird zu oft zu Gunsten der Industrie abgewogen.

Wie schön, dass es noch eine Einigung in der Akte „Anerkennung als UNESCO- Weltnaturerbe“ geben wird?! Welche Zugeständnisse wird das Umweltministerium machen? Lässt sich das Ministerium von einer einzelnen Person, die zu einseitige Interessen vertritt, beeinflussen? Da wird wohl das artenreiche LSA bald der Vergangenheit angehören.

Mit freundlichen Grüßen

Silvana Dirnberger

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Auch als Leserbrief in der Mitteldeutschen Zeitung am 07.02.2013 veröffentlicht.

Am 06.02.13 schrieb Thomas Breier an pro.biores.suedharz@gmail.com

Sehr geehrte Damen und Herren, 

aus folgenden Gründen unterstütze ich Ihre Initiative: 

1. ich habe mich als studierter Stadtplaner und Architekt ca. 40 Jahre in Ludwigshafen am Rhein mit Industrie- und Gewerbeansiedlungen befasst. Wir haben schon Mitte der siebziger Jahre festgestellt, dass sich diese Art von Angebotsplanungen wie sie in Rottleberode, Sangerhausen, Nordhausen und Artern vorgesehen sind, nicht funktionieren. Sie haben nach dem Krieg in den alten Bundesländern nur in wenigen Fällen funktioniert. Die Chance, dass diese G-Darstellung in Rottleberode funktioniert, ist ohnehin schon wegen der Konkurrenz zu den anderen zuvor genannten Flächen äußerst gering. 

2. Ich kenne den Südharz sehr gut, weil ich in Sangerhausen geboren und aufgewachsen bin und am Geschwister-Scholl 1961 Abitur gemacht habe. Seit 1976 war ich jährlich in Sangerhausen und in Teilen des Südharzes, weil ich dort immer noch eine ganze Reihe von Freunden habe. 

3. Ich habe zu dem geplanten sogenannten Industriepark in Sangerhausen meine Überlegungen dargestellt.  Der Sangerhäuser OB kennt meine Überlegungen. Ich habe ihm aber erklärt, dass er mir nicht antworten muss, wenn ihm nichts anderes als Banalitäten einfallen. Er hat nicht geantwortet.  

4. Diese Überlegungen treffen im Prinzip auch auf Rottleberode zu. Man könnte sie allerdings noch etwas modifizieren. Vielleicht mache ich das, wenn ich ein wenig Zeit finde.   

Aus dem Zusammenhang ist zu erkennen, dass es in die berühmte Kategorie Dummheit gehört, wegen eines nicht funktionierenden Ge-Gebietes die Unterschutzstellung des einmaligen Karstgebietes zu riskieren. 

Ich habe im übrigen der Gemeinde Südharz eine Stellungnahme zu deren FNP geschickt. Eines der größten Probleme sind im Südharz die schwindenden Einwohnerzahlen. Das Problem löst man gewiss nicht mit irgendwelchen schäbigen GI-Gebieten.   

Ich freue mich, dass es – wie in der MT zu lesen war – junge Menschen gibt, die sich für diese Art von Projekten einsetzen und wünsche Ihnen großen Erfolg. 

Mit freundlichen Grüßen 

Thomas Breier

Dipl.-Ing. TUD

Architekt + Bauassessor