TV-Beiträge vom 26. Februar 2013

Neue Diskussion um UNESCO-Antrag für Biosphärenreservat

http://www.ardmediathek.de/mdr-s-anhalt/sachsen-anhalt-heute/neue-diskussion-um-unesco-antrag-fuer-biosphaerenreservat?documentId=13536102

                                                                                                                                                 

Initiative: „Koexistenz von Naturschutz und wirtschaftlicher Entwicklung“

http://www.mdr.de/sachsen-anhalt-heute/video108200.html

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Neue Pläne für Karstlandschaft Südharz

http://www.mdr.de/nachrichten/biosphaerenreservat-suedharz100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html

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26.02.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Unesco-Anerkennung

Eine Wanderung vor der großen Abstimmung

26.02.2013 10:41 Uhr | Aktualisiert 26.02.2013 13:15 Uhr
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Bei aller Ernsthaftigkeit des Themas sollte die Wanderung den Teilnehmern vor allem Freude bereiten. (BILD: JÖRG REIBER)
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VON JÖRG REIBER
Kurz vor der Abstimmung im Gemeinderat der Einheitsgemeinde Südharz am kommenden Mittwoch lud das Aktionsbündnis „Pro Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz“, zusammen mit dem Förderverein Zukunft im Südharz zu einer Wanderung durch Rottleberode und um den Schlossteich ein.
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ROTTLEBERODE/MZ. Das Aktionsbündnis und auch der Förderverein wollten mit der Zusammenkunft ihre Zustimmung zur Unesco-Anerkennung des bereits nach Landesrecht ausgewiesenen Biosphärenreservats demonstrieren und möglichst viele Bürger der Gemeinde Südharz mobilisieren.

„Grün ist die Hoffnung. Grün ist ein Zeichen. Deshalb haben wir die grünen Bänder verteilt. Das hat keinen politischen Hintergrund. Das ist einfach die Farbe der Natur“, sagte Urte Bachmann vom Förderverein Zukunft im Südharz.

Bevor sich jedoch die knapp 100 Aktivisten, mit grünen Bändchen ausgestattet, auf den Weg durch die verschneite Karstlandschaft machten, berichtete Bachmann, dass das Aktionsbündnis mit seiner Onlinepetition bereits 2 829 Unterschriften sammeln und 135 Bündnispartner gewinnen konnte, darunter seien nicht nur Wirtschaftsunternehmen und Vereine, auch Forstbetriebe befänden sich darunter.

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Die Wanderer gaben auf Schildern ein eindeutiges Bekenntnis ab. (BILD: JÖRG REIBER)
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Die Motivation an dieser Wanderung teilzunehmen, war recht vielfältig. Ralf Richter aus Thüringen engagiert sich in seiner Heimatregion rund um Neustadt für den Naturschutz und wollte mit der Wanderung seine Unterstützung zur Unesco-Anerkennung des Karstgebietes bekunden.

„Ich lebe ja bereits im Biosphärenreservat“, sagte Christin Petsch aus Schwenda. Sie nahm mit ihrem Sohn Felix an der Wanderung teil und wünscht sich, dass das Biosphärenreservat durch die Unesco-Anerkennung erhalten bleibt. „Es geht ja auch um Moral und die Verantwortung kommenden Generationen gegenüber, dass diese Landschaft weitestgehend erhalten bleibt“, erklärt die studierte Kommunikationsdesignerin. Ihr fehle die Aufklärung der Bürger, sagt sie. Denn viel Zustimmung fand sie in Schwenda bisher nicht, wie sie sagt. „Hierbei geht es doch ausschließlich darum, dass dauerhaft sichergestellt wird, dass die Region nachhaltig bewirtschaftet wird“, erklärt sie. Unterdessen sieht Bernd Ohlendorf vom Aktionsbündnis eine breite Zustimmung in der Bevölkerung. „Es geht darum, dass die Bürger . . . mehrheitlich die Unesco-Anerkennung wollen! …“, kommentierte er auf der Internetseite www.change.org die Onlinepetition des Aktionsbündnisses. Eckhard Reimann aus Rottleberode sagt hingegen: „Hier im Ort finde ich kaum Zustimmung und habe meine Aktivitäten inzwischen mehr nach Roßla verlagert.“ Er hätte sich allerdings gewünscht, dass die Wanderung komplett durch den ganzen Ort geführt worden wäre. „Wir sind eigentlich falsch gelaufen. Wir hätten zum Haus des Bürgermeisters laufen sollen“, erzählt er im Gespräch.

Doch auf Konfrontationskurs wollte man bewusst nicht gehen. Man wolle einfach nur friedlich die Zustimmung zur Unesco-Anerkennung des Biosphärenreservates bekunden, war von den Verantwortlichen zu vernehmen. Das soziale Netzwerk Facebook spielt eine große Rolle bei den Aktivisten. Über diese Plattform haben sich die Bernburger Studenten vernetzt und benachrichtigen sich gegenseitig über neue Aktivitäten.

„Über Facebook sind wir alle miteinander verknüpft“, erklärt Susanne Osterloh, Studentin aus Bernburg.

So wurde beispielsweise auch Matthias Henning, angestellter Mitarbeiter an der Bernburger Hochschule, der gerade seine Eltern in Bennungen besucht, zur Wanderung eingeladen. Auf die Frage, ob man denn mit den Gegnern des Projekts reden würde, war von vielen Aktivisten zu vernehmen, das die gegnerische Seite gar nicht mit sich reden lasse.

Quelle: www.mz-web.de

26.02.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Welterbe-Status

ENTSCHEIDUNG FÄLLT AM MITTWOCH 

26.02.2013 10:42 Uhr | Aktualisiert 26.02.2013 10:43 Uhr
 
Der Südharz-Gemeinderat wird in seiner Sitzung am Mittwoch, 27. Februar, 18 Uhr, entscheiden, ob die Gemeinde den Antrag auf Anerkennung des Welterbe-Status des Biosphärenreservats durch die Unesco unterstützt oder ablehnt; daran will sich das Land halten.
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Das Land Sachsen-Anhalt hatte das Biosphärenreservat im Jahr 2009 per Allgemeinverfügung ausgewiesen, dagegen hatte die Gemeinde Rottleberode geklagt.
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Drei der vier betroffenen Kommunen, die Stadt Sangerhausen, die Stadt Allstedt und die Verbandsgemeinde Goldene Aue, befürworten den Unesco-Antrag.
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Von den jetzigen Ortsteilen der Gemeinde Südharz hatten sich bereits 2008 Bennungen, Stolberg, Roßla, Drebsdorf und Hainrode für das Reservat ausgesprochen; Dietersdorf, Uftrungen, Breitungen, Schwenda, Wickerode, Questenberg und Rottleberode waren dagegen. Kleinleinungen hatte sich nicht geäußert, Breitenstein und Hayn waren nicht betroffen.
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Das Umweltministerium hat in einer Vereinbarung sein Entgegenkommen angeboten. 

(HKO)

Quelle: www.mz-web.de

26.02.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Biosphärenreservat

Grüne für Zustimmung zum Unesco-Antrag

26.02.2013 14:28 Uhr
 
Der Kreisverband Mansfeld-Südharz von Bündnis 90/Die Grünen fordert den Südharz-Gemeinderat auf, das Verfahren mitzutragen. Der Gemeinderat der Gemeinde Südharz wird sich am Mittwoch, 18 Uhr in seiner Sitzung im Roßlaer Bürgerhaus mit zwei Beschlüssen zum Thema Biosphärenreservat beschäftigen.

SANGERHAUSEN/MZ/HKO. Der Kreisverband Mansfeld-Südharz von Bündnis 90/Die Grünen fordert den Südharz-Gemeinderat auf, dem Antrag auf Anerkennung des Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz durch die Unesco zuzustimmen. Der Kreisverband habe in seiner Sitzung am Montagabend in Eisleben eine entsprechende Resolution beschlossen, teilte der Kreisvorsitzende Sebastian Lüdecke aus Sangerhausen mit. Außerdem bekräftigten die Bündnisgrünen sowohl auf Landes- als auch auf Kreisebene die Unterstützung des Aktionsbündnisses Pro Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz.

Der Gemeinderat der Gemeinde Südharz wird sich am Mittwoch, 18 Uhr in seiner Sitzung im Roßlaer Bürgerhaus mit zwei Beschlüssen zum Thema Biosphärenreservat beschäftigen. Zuerst steht die Vereinbarung, die von der Gemeinde Südharz mit dem Umweltministerium des Landes Sachsen-Anhalt ausgehandelt worden ist, auf der Tagesordnung. Anschließend wird der Gemeinderat beschließen, ob er den Antrag an die Unesco mitträgt. Die Stadt Sangerhausen, die Stadt Allstedt und die Verbandsgemeinde Goldene Aue haben den Antrag bereits befürwortet. In der Gemeinde Südharz befindet sich der größte Teil der reichlich 30 000 Hektar großen Fläche.

Quelle: www.mz-web.de

21.02.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Biosphärenreservat

Über 2.500 Unterschriften fürs Welterbe

21.02.2013 17:00 Uhr | Aktualisiert 21.02.2013 17:02 Uhr
  
Die Mitglieder des Aktionsbündnis zur Rettung des Biossphärenreservates „Karstlandschaft Südharz“ haben bei ihrer laufenden Online-Petition bisher über 2 .500 Unterschriften im Internet gesammelt. Dazu kommen noch mehrere Hundert Unterschriften auf Listen, teilten die Initiatoren am Donnerstagnachmittag der MZ mit.

Aktuell würde die Aktion von insgesamt 130 Bündnispartnern unterstützt. Mehr als die Hälfte komme davon aus der Wirtschaft. Der Förderverein „Zukunft im Südharz“ und weitere Partner des Aktionsbündnisses laden am kommenden Sonntag auch zum Wandern für das Unesco-Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz ein. Treffpunkt ist die Domäne am Schlossteich in Rottleberode um 11 Uhr. Die Strecke beträgt etwa vier Kilometer. Hintergrund: der Gemeinderat vom Südharz entscheidet am Mittwoch kommmender Woche darüber, ob ein Antrag an die Unesco gestellt werden soll. Das Land hatte angekündigt den Antrag nur abschicken zu wollen, wenn alle Anliegergemeinden zustimmen. Ohne Unesco-Anerkennung kann das Biosphärenreservat aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht weiter existieren.

Quelle: www.mz-web.de

06.02.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Tourismus

Sachsen-Anhalt knackt Touristen-Rekord

06.02.2013 14:34 Uhr | Aktualisiert 06.02.2013 22:42 Uhr
Der Tourismus in Sachsen-Anhalt erreicht Rekord-Niveau. Die Burg Querfurt ist ein beliebtes Reiseziel. (FOTO: ARCHIV) 
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VON RALF BÖHME
Sachsen-Anhalt hat seinen internationalen Ruf aufpoliert. Noch nie haben so viele Ausländer das Land besucht. Allein 2011 kamen mehr als 500 000 ausländische Touristen und Geschäftsleute ins Land.
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HALLE (SAALE)/MZ. Das bedeutet nach Angaben aus dem Bundeswirtschaftsministerium einen Zuwachs von 17 Prozent. Damit stieg die Zahl der Übernachtungen von Ausländern so stark wie in keinem anderen Bundesland.

Rechnet man die deutschen Gäste hinzu, kommt Sachsen-Anhalt gleich zu einem weiteren Rekord. Insgesamt wurden erstmals mehr als sieben Millionen Übernachtungen gezählt. Damit wuchs das Geschäft laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent. Wie aus der Statistik außerdem hervorgeht, verweilte jeder Gast im Durchschnitt zweieinhalb Tage in Sachsen-Anhalt.

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU) sagte mit Blick auf den Zuspruch aus dem Ausland: „Sachsen-Anhalt hat einen Namen als guter Gastgeber.“ Dass sämtliche Regionen von dem gewachsenen Interesse profitierten, nannte die Ministerin „besonders erfreulich“. Aus ihrer Sicht habe „800 Jahre Anhalt“ in punkto Kulturtourismus eine bisher einmalige Anziehungskraft entfalten können. Spannende Themen und guter Service – das sei auch das Erfolgsrezept für andere Ereignisse, ob das Reformations-Jubiläum oder wissenschaftliche Kongresse.

Besonders viele Gästeübernachtungen zählte der HARZ. Allein bis November waren es 2,7 Millionen bei einem Zuwachs um 5,2 Prozent. Das stärkste Plus unter den großen Städten verbuchte Halle. Nach Auskunft des Stadtmarketings stieg die Zahl der Übernachtungen um 8,4 Prozent. Mit einem Zugewinn von 31,5 Prozent bei den ausländischen Gästen bestätigte die Händelstadt ihre internationale Ausstrahlung, vor allem nach China und in die USA. Stefan Voß, Chef des Stadtmarketings: „Wir beginnen, jetzt die Ernte einzufahren.“ Es zahle sich aus, dass Leuchttürme der Stadt wie Franckesche Stiftungen und Moritzburg international gemeinsam um Gäste werben.

Im Vergleich der Regionen erreichte Anhalt-Wittenberg das größte Plus. Die Heimstatt von Reformation und Bauhaus zählte fast eine Million Übernachtungen. Das entspricht einem Anstieg um 7,2 Prozent. Nach den Worten von Elke Witt, Chefin des Tourismusverbandes Anhalt-Dessau-Wittenberg, sind die Einbrüche der Krisenjahre mehr als wett gemacht. Vor allem viele Amerikaner, die in Gruppen reisten, starteten auf Entdeckungstour zwischen Elbe und Mulde.

In Sachsen-Anhalt gibt es 1 000 Hotels und Herbergen mit 60 000 Betten. Die Auslastung stieg von 25 Prozent 2003 auf jetzt fast 29 Prozent.

Quelle: www.mz-web.de

                                                                                                                                

Kommentar

Die Zahl der Übernachtungen ausländischer wie inländischer Gäste steigt beständig, und das in Zahlen, die sich sehen lassen können. Besondere Zuwächse konnten dabei in Halle und im Harz festgestellt werden. Auffällig in Halle, hier zahlt sich ein sorgfältig überlegtes Marketingkonzept nun mehr als deutlich aus. Warum sollte das nicht auch in einer vom Naturraum her so einzigartigen Landschaft wie im Südharz möglich sein? Spinnt man den Faden nun weiter, könnte man sicher ähnliches sagen. Bereits jetzt können viele Hotels in der Region steigende Übernachtungen verbuchen und nicht nur zufällig existiert seit 2009 ja auch das Biosphärenreservat, u. a. ein wichtiger Motor zur Tourismusförderung. Wie würde erst der Bekanntheitsgrad auch international steigen, wenn man sich demnächst noch das Gütesiegel der UNESCO an das Revers heften könnte?

Von Biores2013

14.02.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Unesco-Welterbe

Entscheidung über Welterbe-Antrag hängt am Gemeinderat

VON HELGA KOCH, 14.02.13, 20:29h, aktualisiert 14.02.13, 22:28h

Gesprächsrunde

Hoffen und Bangen, Zustimmung und Ablehnung – aufmerksam verfolgten über 100 Interessierte die Gesprächsrunde im Roßlaer Bürgerhaus. (FOTO: SCHUMANN)
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ROSSLA/MZ. Welterbe-Status fürs Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz oder nicht? Champions League oder Kreisliga? Die Region müsse jetzt entscheiden, in welcher Klasse sie künftig spielt, spitzte Gastgeber André Schröder aus Sangerhausen, Landtagsfraktions-Chef und Kreisvorsitzender der CDU, im Roßlaer Bürgerhaus zu. Nachdem Allstedt, Sangerhausen und die Verbandsgemeinde Goldene Aue den Weltnaturerbe-Status bei der Unesco anstreben, hängt der Antrag nur noch vom Südharz-Gemeinderat ab. Er tagt am 27. Februar.

Naturgemäß prallten die Argumente im Roßlaer Bürgerhaus heftig aufeinander. Es wurde geworben und abgelehnt, es wurden Zahlen ins Gespräch geworfen und widerlegt, Hoffnungen und Befürchtungen laut, sachlich oder voller Emotionen. Doch bei allem Für und Wider: Die Vereinbarung zwischen der Gemeinde und dem Umweltministerium, um die Südharz-Bürgermeister Ralf Rettig (CDU) seit Jahren kämpft, scheint fast unter Dach und Fach zu sein. Auch dank der Anwälte, die sich auf beiden Seiten über Monate hinweg gemüht haben. Wie Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) einräumte, sei dies „ein einzigartiges Verfahren, dass wir hier einer Kommune so entgegen kommen. Wir wollen, dass die Region prosperiert. Und wir wollen, dass die Holzwirtschaft prosperiert… Es geht darum, dass die Kinder und Enkel hier eine bessere Zukunft haben.“

Bedenken der Waldbesitzer

Dem stimmte Marlies Schneeberg (CDU), Bürgermeisterin von Berga, zu. In Berga seien rund 1 000 Arbeitsplätze im produzierenden Bereich entstanden. „Wir haben noch nie ein Zugeständnis bekommen und sogar eine Million Euro an die Treuhand nachgezahlt. Wir kämpfen für das Gewerbe und die Wirtschaft. Aber wir brauchen auch die Kultur und die Natur, und die Natur braucht uns.“

Dass die Natur gebraucht werde, bekräftigte auch Edgar Herröder von der Firma Anteholz – freilich aus der Sicht eines Unternehmens, das ständig auf Nachschub an Holz angewiesen ist. Franz zu Salm-Salm, Vorsitzender des Landeswaldbesitzerverbandes, rügte, das Land verzichte auf eine Einnahme von 2,2 Millionen Euro, indem 900 Hektar Wald in der Kernzone nicht bewirtschaftet würden. Solle es etwas mit dem Bio-Ökonomie-Zentrum werden, wo solle das Holz herkommen, fragte der Forst-Experte. Auch Jörg von Beyme lehnte den Unesco-Antrag ab: „Wir brauchen kein Biosphärenreservat.“ Trotz positiv klingender Versprechungen habe er Bedenken.

Knauf-Werkleiter André Materlik sagte: „Ein Biosphärenreservat nach den Kriterien der Unesco, da kann man eigentlich gar nichts dagegen haben. So nah an einem Kompromiss waren wir noch nie.“ Seitens der Industrie- und Handelskammer bot der Sangerhäuser Geschäftsstellenleiter Frank Lehmann Unterstützung an: um einen Kompromiss zu finden, der allen Nutzen bringt. Bernd Jödecke aus Questenberg, einer der wenigen anwesenden Gemeinderäte, warf ein wichtiges Argument in die Runde: nämlich nicht die Menschen zu vergessen, die im Südharz leben.

Konsequenzen zu bedenken

Die Vereinbarung, um die Ministerium und Gemeinde ringen, sei aus seiner Sicht unterschriftsreif, so Minister Aeikens. Es gebe jedoch „Grenzen für Dinge, die ein Minister unterschreiben kann“. Etwa, wenn es EU- oder Bundesrecht betreffe. Und eine Vollkasko-Versicherung, rief jemand dazwischen, gebe es für die Gemeinde nicht.

Clemens Ritter von Kempski aus Stolberg bekannte: „Ich sitze zwischen den Stühlen.“ Er wisse nicht, wie der Gemeinderat entscheide. Vielleicht gelinge es ja doch bis zum 27. Februar, ein Ergebnis zu erzielen.

Sollte Südharz aber den Unesco-Antrag ablehnen und an der 2009 von Rottleberode erhobenen Klage gegen die Allgemeinverfügung zum Reservat festhalten, hätte es Konsequenzen. Das müsse man wissen, hatte Schröder eingangs gemahnt: Der Naturschutz-Status bleibt. Ob weiter Fördermittel fließen wie bisher, als es ums Biosphärenreservat ging, sei offen. Und 600 000 Euro stellt das Land jährlich für die Reservatsverwaltung bereit. Andere Anwesende grübelten beim Rausgehen: Dann würde es wohl auch nichts mit der neuen Drehleiter und dem Bau der Rottleberöder Ortsdurchfahrt.

Quelle: www.mz-web.de 

14.02.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Entwurf

Vereinbarung sieht Beachtung der Südharz-Interessen vor

erstellt 14.02.13, 20:29h, aktualisiert 14.02.13, 20:41h
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HALLE (SAALE)/MZ. Im Entwurf der Vereinbarung heißt es, das Ministerium werde die Gemeinde bei der Schaffung der Voraussetzungen zur Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen der Holz verarbeitenden Industrie auf der dafür vorgesehenen Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets in Rottleberode unterstützen.

Ministerium und Gemeinde seien sich bewusst, dass mögliche Auswirkungen auf das Wasserschutzgebiet Uftrungen zu berücksichtigen sind, wozu die Gemeinde ein Gutachten erstellen lässt.

Bei der Fortentwicklung des Biosphärenreservats würden keine über die Allgemeinverfügung hinausgehenden Regelungen getroffen, die nicht ohnehin durch EU-Recht, Bundesrecht, parlamentarisches Landesrecht und Rechtssetzung durch andere Landesressorts oder das Kabinett nötig sind.

Das Ministerium wirke darauf hin, die Gemeinde und die angesiedelte Wirtschaft bei den Mitbestimmungsbefugnissen und im Beirat zu berücksichtigen.

Die ganzjährige und nachhaltige touristische Nutzung der „Heimkehle“ werde unterstützt.

Quelle: www.mz-web.de

10.02.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Biosphärenreservat

Gesprächsrunde zur Unesco-Anerkennung

VON HELGA KOCH, 10.02.13, 11:03h, aktualisiert 10.02.13, 11:41h
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ROSSLA/MZ. André Schröder, CDU-Kreischef und Vorsitzender der Landtagsfraktion seiner Partei, lädt am Mittwoch, 13. Februar, 15 Uhr zu einer öffentlichen Gesprächsrunde ins Roßlaer Bürgerhaus ein. Dabei soll es nochmals um die Vor- und Nachteile einer Unesco-Anerkennung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz gehen. Zu der öffentlichen Veranstaltung werden unter anderem Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU), die SPD-Landtagsabgeordnete Nadine Hampel aus Riethnordhausen und Südharz-Bürgermeister Ralf Rettig (CDU) erwartet.

Wie Schröder begründete, entscheidet das Land derzeit über einen Antrag auf Anerkennung des 2009 eingerichteten Reservats durch die Unesco. Aufgrund der Klage der Gemeinde Südharz besitze aber die Allgemeinverfügung noch keine Bestandskraft, so Schröder. Doch zeichne sich eine Einigung ab: „Im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs ist das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt bereit, eine Vereinbarung mit der Gemeinde zu beschließen, um bestehende Befürchtungen über wirtschaftliche Einschränkungen zu entkräften.“ Die Verhandlungen seien jetzt an einem Punkt angelangt, wo „eine Entscheidung von größter Tragweite für die Regionalentwicklung bevorsteht“.

In der nächsten Südharz-Ratssitzung sollen die Vereinbarung mit dem Ministerium und die Position der Gemeinde zum möglichen Antrag an die Unesco auf der Tagesordnung stehen. Mehrere Vereine, die eine Anerkennung des Reservats durch die Unesco befürworten, haben sich kürzlich zu einem Aktionsbündnis „Pro Biosphärenreservat“ zusammengeschlossen; sie sammeln im Internet Stimmen dafür. Bürgermeister Ralf Rettig hat hingegen für den 26. Februar nochmals eine Anhörung der Wirtschaft angekündigt, um deren Einstellung zur Anerkennung des Biosphärenreservats durch die Unesco zu erfragen.

Quelle: www.mz-web.de

05.02.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Karstlandschaft Südharz

Druck aus dem Internet für Unesco-Antrag

Von Frank Schedwill und Helga Koch, 05.02.13, 18:45h, aktualisiert 05.02.13, 20:45h

Internetseite

Blick auf die Internetseite des Aktionsbündnisses pro Biosphärenreservat. (REPRO: MZ)
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SANGERHAUSEN/MZ. Im Streit um den Antrag auf Anerkennung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz durch die Unesco gehen die Befürworter in die Offensive. Fünf junge Leute im Alter zwischen 20 und 33 Jahren haben ein Aktionsbündnis gegründet und im Internet einen so genannten Blog geschaltet, mit dem sie Druck auf die lokale Politik ausüben wollen.

„Wir haben seit 2009 ein Biosphärenreservat nach Landesrecht im Südharz. Nun können wir per Antrag, der fix und fertig vorliegt, die Anerkennung durch die Unesco erreichen und eines von derzeit weltweit 610 Biosphärenreservaten werden“, heißt es auf der Blog-Seite. Dafür sammeln die Initiatoren auf der Internetseite nun Unterstützer-Unterschriften, die an das Umweltministerium gesandt werden sollen.

„Eine Region mit mündigen Bürgern braucht nicht nur eine wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch das Biosphärenreservat“, sagt Marcus Fritze aus Roßla, einer der Initiatoren. Das Reservat würde der strukturschwachen Region gut tun. Ebenso dem Tourismus, der noch in den Kinderschuhen stecke. „Wir wollen so ein klares Signal senden und zeigen, dass die Region hinter dem Unesco-Antrag steht“, betont Fritze.
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Bedingung ist ein Gemeinderatsbeschluss
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Der Vorstoß richtet sich damit vor allem gegen die Gemeinde Südharz: Denn bevor ein Antrag auf Anerkennung auf den Weg gebracht werden kann, ist bis Ende Februar ein Gemeinderatsbeschluss notwendig. Der Antrag muss von allen kommunalen Vertretern der Gemeinden und Städte im Gebiet des Biosphärenreservats unterzeichnet werden. Während Sangerhausen, Allstedt, Berga und Wallhausen zugestimmt haben, steht die Entscheidung in Südharz weiter aus.
Ursprünglich sollte der dortige Rat Ende Januar eine Vereinbarung mit dem Land und damit die Zustimmung zum Unesco-Antrag beschließen. Doch dazu kam es nicht. Die Vereinbarung ist in Detailfragen noch nicht abgestimmt, hieß es aus dem Magdeburger Umweltministerium. Und die Gemeinde macht ihre Zustimmung zum Unesco-Antrag von dieser Vereinbarung abhängig. Anfang Januar hatte es im Beisein von Umweltminister Hermann Onko Aeikens, Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff und Südharz-Bürgermeister Ralf Rettig (alle CDU) ein Gespräch in Magdeburg gegeben. Wie Aeikens betonte, seien dabei die Eckpunkte der Vereinbarung abgestimmt und ein vernünftiger Konsens gefunden worden – und darin sei man sich auch mit dem Bürgermeister einig gewesen. Zugleich sagt Aeikens unmissverständlich, dass der Antrag ohne die Unterschrift des Vertreters der Gemeinde Südharz nicht an das zuständige Komitee geschickt werde.
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Bürgermeister fordert wirtschaftliche Entwicklung..
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Rettig fordert seit Jahren, die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Region müsse gesichert werden, insbesondere am Standort Rottleberode – und will das in besagter Vereinbarung festschreiben lassen. Aeikens hatte zuletzt aber kritisiert, dass sich die Position des Bürgermeisters nach wie vor darauf beschränke, dass wirtschaftliche Beeinträchtigungen „befürchtet“ würden. Derartige Nachteile sieht der Minister jedoch nicht: „Gerade im Grundgedanken eines Biosphärenreservates – das Miteinander von Wirtschaft und besonderer Naturlandschaft – steckt die Absicht, Nachteile für eine Seite zu verhindern.“

Fritze ist da mit dem Minister einer Meinung: „Ich kann nicht verstehen, wie der Bürgermeister behaupten kann, das Biosphärenreservat würde wirtschaftliche Einschränkungen nach sich ziehen. Sinn ist ja das Gegenteil. Nachhaltige Wirtschaftsweisen sollen gefördert werden.“ Bis Dienstagabend hat die Internet-Petition bereits fast 600 Unterstützer gefunden.

 

05.02.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Gipskarstlandschaft

Große Artenvielfalt

erstellt 05.02.13, 18:45h, aktualisiert 05.02.13, 20:22h
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HALLE (SAALE)/MZ. Bisher gibt es 15 Unesco-Biosphärenreservate in Deutschland. Die Gipskarstlandschaft im Südharz wäre das 16. Das Gebiet gilt aufgrund seiner großen Artenvielfalt als besonders schützenswert. Das dem Harz gürtelartig vorgelagerte Zechsteingebiet wird bestimmt durch lösliche Gesteine wie Gips, Salz, Kalk und Dolomit sowie deren durch Verwitterung entstandene Oberflächen.
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Quellewww.mz-web.de

04.02.2013 – Neue Nordhäuser Zeitung

RESERVAT NICHT MIT DER FDP

Montag, 04. Februar 2013, 14:35 Uhr
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Die umweltpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Franka Hitzing, hat sich gegen die Einrichtung eines Biosphärenreservates „Karstlandschaft Südharz“ ausgesprochen. Es gelte auch einmal das Erreichte anzuerkennen und nicht ständig weitere Forderungen aufzumachen, sagt sie mit Blick auf die vom Aktionsbündnis „Pro Biophärenreservat Karstlandschaft Südharz“ initiierte Online-Petition…
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„Die Ansprüche an ein Biosphärenreservat sind sehr hoch und äußerst vielfältig“, stellt Hitzing fest. Im Südharz bedürfe es zudem der Abstimmung dreier Bundesländer. Neben Thüringen müssten Sachsen- Anhalt und Niedersachen einen gemeinsamen Nenner finden. Land- und Forstwirte würden in ihrem Wirtschaftsraum immer weiter beschnitten, begründet Hitzing weiterhin ihre Ablehnung. „Man darf bei aller Diskussion um den Naturschutz nicht vergessen, dass wir sehr viele Schutzkategorien in Thüringen haben und dass die Nutzer auf der Fläche die besten Schützer unserer Natur sind.“
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Viele Anwohner seien gegen die Einrichtung des Biosphärenreservates. Schon bei der Gründung des Naturparkes Südharz habe es heftige Kritik der Bevölkerung gegeben, erinnert die Landtagsabgeordnete aus Friedrichsthal. „Wir können und sollten nichts über die Köpfe der Menschen vor Ort hinweg entscheiden.“
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KOMMENTAR

05.02.2013, 17.36 Uhr

maximus_1986

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Erst informieren, dann reden!
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Sehr geehrte Frau Hitzing,
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1.  Es geht hier um das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz, das sich in Sachsen-Anhalt befindet. Andere Bundesländer stimmen somit nicht ab.
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2.  geht es nur um die Anerkennung bei der UNESCO, nicht um neue Forderungen.
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3.  sind private Forst- und Landbesitzer nicht betroffen.
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4.  ist der Nutzer nicht immer der beste Schützer, zumal große Investoren von Außen meist eher das Gegenteil sind.
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5.  ist das eine Bürgerbefragung, die genau das, was Sie hier bringen verhindern soll, nämlich dass über die Köpfe hinweg entschieden wird.
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Herzliche Grüße

Marcus Fritze /
Aktionsbündnis Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz
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Quelle: www.nnz-online.de

29.01.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Sangerhausen

Tauziehen um Vereinbarung fürs Reservat

VON HELGA KOCH, 29.01.13, 19:49h, aktualisiert 29.01.13, 21:02h

SÜDHARZ/MZ. Der jahrelange Streit um die Unesco-Anerkennung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz als Weltnaturerbe spitzt sich zu. Ursprünglich sollte der Südharz-Gemeinderat in der Ratssitzung am Mittwochüber eine Vereinbarung mit dem Land und die Zustimmung zum Unesco-Antrag beschließen. Doch die Vereinbarung ist in Detailfragen noch nicht abgestimmt, hieß es am Dienstag aus dem Magdeburger Umweltministerium. Und die Gemeinde macht ihre Zustimmung zum Unesco-Antrag von dieser Vereinbarung abhängig.

Frist bis Ende Februar gesetzt

Offensichtlich ist aber nun die Landesregierung mit ihrer Geduld allmählich am Ende. Denn Anfang Januar hatte es im Beisein von Umweltminister Hermann Onko Aeikens, Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff und Südharz-Bürgermeister Ralf Rettig (alle CDU) ein Gespräch in Magdeburg gegeben. Wie Aeikens betont, seien dabei die wesentlichen Eckpunkte der Vereinbarung abgestimmt und ein vernünftiger Konsens gefunden worden – und darin sei man sich auch mit dem Bürgermeister einig gewesen. Doch noch länger will sich der Minister nun nicht mehr gedulden: „Um die Anerkennung herbeizuführen, muss Rettig spätestens Ende Februar einen Gemeinderatsbeschluss herbeiführen.“ Zugleich sagt Aeikens unmissverständlich, dass der Antrag ohne die Unterschrift des Vertreters der Gemeinde Südharz nicht an das zuständige Komitee geschickt werde.

Rettig fordert seit Jahren, die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Region müsse gesichert werden, insbesondere am Standort Rottleberode – und will das in besagter Vereinbarung festschreiben lassen. Der Gemeinderat hatte im Sommer 2012 bereits seinem Antrag zugestimmt, eine Teilfläche aus dem geschützten Gebiet herauszulösen. Das Biosphärenreservat war bereits 2009 per Allgemeinverfügung vom Land ausgewiesen worden, und schon damals hatte die Gemeinde Rottleberode dagegen geklagt.

Den Vorwurf, die Öffentlichkeit und die Menschen in der Region nicht ausreichend in das Projekt Biosphärenreservat einbezogen zu haben, weist der Umweltminister zurück: „Zu jeder Zeit gab es die deutliche Ansage, das Biosphärenreservat zuerst nach Landesrecht auszuweisen und danach die Unesco-Anerkennung zu beantragen.“ Wie in der Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD verankert, sollte das zeitnah passieren, „so dass die Unesco möglichst im kommenden Jahr die Anerkennung aussprechen kann.“

Wertschöpfungskette Holz

Die „Gegenposition“, kritisiert Aeikens, beschränke sich nach wie vor darauf, dass wirtschaftliche Beeinträchtigungen „befürchtet“ würden. Nachteile sehe er jedoch nicht: „Gerade im Grundgedanken eines Biosphärenreservates – das Miteinander von Wirtschaft und besonderer Naturlandschaft – steckt die Absicht, Nachteile für eine Seite zu verhindern.“ Ein besonderer Schwerpunkt werde zum Beispiel die Entwicklung der Wertschöpfungskette Holz sein.

Auch Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff sagte gegenüber der MZ, sie habe keine Befürchtungen, dass das Biosphärenreservat ein Nachteil für die regionale Wirtschaft sein solle. Vielmehr eröffne das Biores neue Chancen.

Quelle: www.mz-web.de

25.01.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Biosphärenreservate

Modellregionen

erstellt 25.01.13, 19:25h, aktualisiert 25.01.13, 20:24h

DESSAU/MZ. Unesco-Biosphärenreservate sind Teil des weltweiten Unesco-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“. Sie sind Modellregionen, die eine zukunftsfähige ökologische, ökonomisch nachhaltige und sozial verträgliche Regionalentwicklung unterstützen.

In Sachsen-Anhalt gibt es drei Großschutzgebiete, die nach den Kriterien der Unesco für Biosphärenreservate entwickelt werden. Dazu zählen das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz, der Naturpark Drömling und das Biosphärenreservat Mittelelbe.

Das Biosphärenreservat Mittelelbe umfasst eine Fläche von rund 126 000 Hektar entlang von 303 Flusskilometern Elbe. Es ist Teil des länderübergreifenden und von der Unesco anerkannten Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe. Dieses erstreckt sich über fünf Bundesländer und entlang von über 400 Kilometer Elbeflusslauf. Es hat eine Größe von ca. 380 000 Hektar.

Quelle: www.mz-web.de

21.01.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

RICHTIGSTELLUNG

zum Artikel vom 20.01.13: „Knauf investiert in Logistik“

Karstlandschaft Südharz

Funkel : Keine Ablehnung des Flächentauschs

erstellt 21.01.13, 21:25h, aktualisiert 21.01.13, 21:47h

ROSSLA/MZ/KHK. Die Verwaltung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz hat am Montag Darstellungen der Knauf-Werke Rottleberode widersprochen, eine ablehnende Stellungnahme zum beabsichtigten Flächentausch im Rahmen des Gipsabbaus abgegeben zu haben. „Wir haben lediglich empfohlen, im Zuge des öffentlichen Verfahrens umfangreiche Untersuchungen anzustellen“, sagte Christiane Funkel, stellvertretende Chefin der Reservatsverwaltung mit Sitz in Roßla.

Wie berichtet, hatte Knauf-Werkleiter André Materlik auf dem traditionellen Neujahrsempfang des Baustoffproduzenten Kritik an der „negativen Stellungnahme“ aus Roßla geübt. So beabsichtigt die Firma Knauf, am „Alten Stolberg“ in Thüringen 27 Hektar genehmigter Abbaufläche abzugeben und im Gegenzug 27 Hektar, die außerhalb des Bergwerkfeldes liegen, in dieses einzubeziehen. Die Flächen, die abgegeben werden, hätten einen höheren Naturschutz-Wert als jene Flächen, die in den künftigen Abbau integriert werden sollen, hieß es. Dieses sei auf „ein positives Echo“ in Thüringen gestoßen.

Quelle: www.mz-web.de

20.01.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Mansfeld-Südharz

Knauf investiert in Logistik

Ablehnung aus der Reservatsverwaltung sorgt für Missstimmung

VON KARL-HEINZ KLARNER, 20.01.13, 10:53h, aktualisiert 20.01.13, 11:31h

Carlo Knauf
Carlo Knauf (FOTO: MZ)

ROTTLEBERODE/MZ. Die weltweit agierende Knauf-Gruppe baut ihr Engagement am Standort Rottleberode aus. Nach Investitionen von acht Millionen Euro im vergangenen Jahr sollen in diesem Jahr zehn Millionen Euro investiert werden. Unter anderem fließe das Geld in die Werksinfrastruktur, aber auch in neue Projekte. „Wir werden 2013 ein Logistikzentrum aufbauen“, kündigte Werkleiter André Materlik auf dem traditionellen Neujahrsempfang des 130-Mann-Unternehmens an. Zudem richtete er den Blick auf ein „vielversprechendes Forschungsprojekt“ in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordhausen, in das rund eine Million Euro fließe.

Carlo Knauf, Direktor für Produktion und Technik des Familienunternehmens, zog „trotz aller Schwierigkeiten im Jahr 2012“ eine positive Bilanz der international agierenden Gruppe. „Wir haben den Umsatz auf sechs Milliarden Euro gesteigert“, sagte Knauf, der in Deutschland 35 Werke betreut. Vor allem die „guten Geschäfte“ in Osteuropa zeigten, dass man dort die Krise bereits hinter sich gelassen habe. Weniger erfolgreich gestalte sich das Geschäft auf dem chinesischen Markt. „Den schwarzen Kontinent werden wir uns jetzt zur Brust nehmen“, kündigte er ein stärkeres Engagement und weitere Investitionen „in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe“ an. Details nannte er nicht.

Für Missstimmung sorgt indes eine ablehnende Stellungnahme aus der Verwaltung des Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz zu einem Vorhaben. So beabsichtigt die Firma Knauf, am „Alten Stolberg“ in Thüringen 27 Hektar genehmigter Abbaufläche abzugeben und im Gegenzug 27 Hektar, die außerhalb des Bergwerkfeldes liegen, in dieses einzubeziehen. Die Flächen, die abgegeben werden, hätten einen höheren Naturschutz-Wert als jene Flächen, die in den künftigen Abbau integriert werden sollen, argumentiert Materlik. Aus Sicht der Firma Knauf stelle das eine so genannte Win-Win-Situation für beide Seiten dar. Dieses sei auch auf „ein positives Echo“ bei den Naturschutzverbänden in Thüringen gestoßen, so dass die Stellungnahme aus der Reservatsverwaltung in Roßla im Zuge des Planfeststellungsverfahrens auf „völliges Unverständnis“ im Unternehmen stoße. „Damit wir nicht falsch verstanden werden, wir haben immer ein Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz nach den Kriterien der Unesco befürwortet“, ergänzte Materlik.

Quelle: www.mz-web.de

                                                                                                                               

Zahlen und Fakten

Über 150 Produktionsstätten weltweit

erstellt 20.01.13, 10:53h, aktualisiert 20.01.13, 11:32h

HALLE (SAALE)/MZ. Mit mehr als 150 Produktionsstätten weltweit, darunter in Rottleberode im Landkreis Mansfeld-Südharz, gehört Knauf nach eigenen Angaben zu den führenden Baustoffherstellern. Knauf beschäftigt 23 000 Mitarbeiter in über 40 Ländern und erwirtschaftete nach Firmenangaben im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von sechs Milliarden Euro. Weltweit werden über 60 Steinbrüche und Gruben betrieben. Heute produziert und verkauft Knauf seine Produkte in allen europäischen Ländern. Darüber hinaus stehen Fabriken in Nord- und Südamerika, in den GUS-Staaten, in der Türkei, in China und in Indonesien. Das im Jahr 1932 im saarländischen Perl von den Brüdern Alfons Knauf und Karl Knauf gegründete Unternehmen Gebr. Knauf Rheinische Gipsindustrie war die Keimzelle des weltweit agierenden Unternehmens.

Quelle: Knauf

10.01.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Mansfeld-Südharz

Hoffnung auf Industriepark

VON KARL-HEINZ KLARNER, 10.01.13, 19:45h, aktualisiert 10.01.13, 22:40h
Eine Gesprächsrunde

Landrat Dirk Schatz, Christian Schaarschmidt von der Laweketal Agrar-Dienstleistungen GmbH Hedersleben und Umweltminister Hermann Onko Aeikens (von links) Donnerstagabend im Gespräch. (FOTO: MZ)

SANGERHAUSEN/MZ. Die Arbeitsmarktpolitik hat Mansfeld-Südharz-Landrat Dirk Schatz (CDU) als ein Schwerpunkt-Thema für das Jahr 2013 bezeichnet. So habe sich in den vergangenen Jahren schon viel verändert, aber darauf dürfe man sich nicht ausruhen. „Daher wird es eine der Hauptaufgaben sein, in diesem Bereich weiterzuarbeiten, um mehr Menschen in unserem Landkreis eine Perspektive zu geben“, sagt Schatz vor rund 500 Gästen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens beim Neujahrsempfang des Landkreises und der Sparkasse.

Schatz nutzte zudem die Gelegenheit für eine Bilanz. Dabei hob er insbesondere die finanzielle Situation des Landkreises hervor. Hier seien Grenzen gesetzt, um alle Erwartungen zu erfüllen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Bund immer mehr Aufgaben auf die kommunale Ebene übertrage, ohne die notwendigen finanziellen Mittel bereitzustellen. „Deshalb bin ich als Landrat sehr stolz, dass wir auch 2012 wieder mehr als eine Million Euro aus den Zinserträgen unseres Zukunftsfonds an Kommunen, Vereine und Verbände ausreichen konnten.“ Dies zeige, dass der Verkauf der Krankenhäuser der richtige Weg gewesen sei. Zudem betonte der Kreischef, dass man im sensiblen Bereich des Rettungsdienstes viel Geld in die Hand genommen habe, um die Qualität und den Service zu verbessern.

Die Glückwünsche der Landesregierung überbrachte Sachsen-Anhalts Umweltminister Herrmann Onko Aeikens (CDU). Er untermauerte gegenüber der MZ, dass das in Detailfragen umstrittene Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz auf einem guten Weg sei. „Wir sind weiter im Gespräch“, sagte der Minister angesichts der Tatsache, dass der überarbeitete Entwurf für das Anerkennungsverfahren bei der Unesco als Weltnaturerbe in der Gemeinde Südharz erneut auf Ablehnung stößt. „Ich glaube, die Landesregierung hat ein faires Angebot unterbreitet, nutzen Sie dieses“, appellierte er an die Region. Zudem sicherte er weitere Unterstützung zu, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen. „Auch wir wollen, dass hier ein Industriegebiet entsteht“, sagte er mit Blick auf die Zuschüsse des Landes für den Industriepark Mitteldeutschland vor den Toren der Kreisstadt. Aber auch weitere finanzielle Unterstützung beim Hochwasserschutz beziehungsweise bei der Beseitigung von Problemen aufgrund von Vernässung stellte er in Aussicht. Ein Lob richtete Aeikens an die Kreismusikschule für ihren Auftritt.

Quelle: www.mz-web.de

07.01.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Biosphärenreservat

30 034 Hektar seit März 2009 ausgewiesen

erstellt 07.01.13, 19:11h, aktualisiert 07.01.13, 20:25h

SANGERHAUSEN/MZ. Das Land Sachsen-Anhalt hat im März 2009 mit einer Allgemeinverfügung 30 034 Hektar als Biosphärenreservat „Karstlandschaft Südharz“ ausgewiesen.

Die Naturschutzgebiete Alter Stolberg (Sachsen-Anhalt) und Grasburger Wiesen, die Gipskarstlandschaften Heimkehle, Pölsfeld, und Questenberg, das Gebiet Großer Ronneberg-Bielstein und der Pferdekopf gehören auch dazu.

Als Natura 2 000-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat-Gebiete) zählen die Buchenwälder um Stolberg, der Alte Stolberg und die Heimkehle im Südharz, die Buntsandstein- und Gipskarstlandschaft bei Questenberg im Südharz, die Gipskarstlandschaft Pölsfeld und Breiter Fleck im Südharz (teilweise), die Thyra im Südharz, der Haingrund und die Organistenwiese bei Stolberg zum Reservat.

Teile des Landschaftsschutzgebietes Harz und südliches Harzvorland und sonstige Flächen befinden sich ebenfalls innerhalb des Reservates.

Quelle: www.mz-web.de

07.01.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Mansfeld-Südharz

Reservat in der Schwebe

VON HELGA KOCH UND KARL-HEINZ KLARNER, 07.01.13, 19:11h, aktualisiert 07.01.13, 20:45h

SANGERHAUSEN/MZ. Im jahrelangen Tauziehen um die in Details umstrittene Anerkennung des Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz als Weltnaturerbe ist offenbar eine Einigung in Sicht. Demnach haben sich am Montag in Magdeburg Südharz-Bürgermeister Ralf Rettig, Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens und Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (alle CDU) auf Eckpunkte einer Vereinbarung geeinigt, die eine wirtschaftliche Entwicklung im Reservat sichern soll. Das geht aus einer vom Landesumweltministerium verbreiteten Presseerklärung hervor.

Offen blieben jedoch Detailfragen, die in den nächsten Tagen geklärt werden sollen, hieß es. Bürgermeister Ralf Rettig sagte, die Vereinbarung biete eine nachhaltige Grundlage für die Entwicklung von Wirtschaft und Naturschutz, so dass der Gemeinderat in seiner Sitzung Ende Januar über die Vereinbarung und einen Antrag auf Unesco-Anerkennung des Biosphärenreservates abstimmen könne, heißt es in der Mitteilung des Umweltministeriums. Auch der Sangerhäuser Landtagsabgeordnete und CDU-Fraktionsvorsitzende André Schröder zeigte sich optimistisch. „Ich glaube, dass wir einen großen Schritt weitergekommen sind“, sagte er. Die SPD-Landtagsabgeordnete und tourismuspolitische Sprecherin der SPD Nadine Hampel sieht das auch so. „Nach einem zähen Ringen auf beiden Seiten fahre ich mit einem guten Gefühl nach Hause“, sagte sie. Zu den weiteren Verhandlungen und möglichen Knackpunkten wollte sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt keiner weiter äußern. Dazu sei Stillschweigen vereinbart worden.

Wie berichtet, war der Antrag an die Unesco, das Reservat als Weltnaturerbe anzuerkennen, bisher an der fehlenden Zustimmung der Gemeinde Südharz gescheitert. Hintergrund für die Ablehnung sind Befürchtungen, dass mit der Unesco-Anerkennung des Biosphärenreservats aufgrund der naturschutzrechtlichen Belange die Entwicklung der Industrieflächen beziehungsweise deren Erweiterung mittels Auflagen behindert würden.

Quelle: www.mz-web.de