24.10.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Streit um Karstlandschaft – Rettig attackiert Schröder

24.10.2013 18:57 Uhr
Von Helga Koch
Der Bürgermeister von Südharz, Ralf Rettig, lehnt die Vorschläge seines Kreisvorsitzenden zum Biosphärenreservat als „Quatsch“ ab. Es solle sichergestellt werden, dass es keine Verschlechterung für Betriebe gibt.

SÜDHARZ/MZ. Neuer Streit ums Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz: Mit seinen Vorschlägen, eine Südharzkonferenz einzuberufen und eine Verordnung für das Reservat zu erarbeiten, stößt der Sangerhäuser CDU-Landtagsfraktionschef und Kreisvorsitzende seiner Partei, André Schröder, auf taube Ohren – auf jeden Fall bei seinem Parteifreund Ralf Rettig, Bürgermeister von Südharz. Denn das, was Schröder da vorschlägt, sagt Rettig, „ist alles Quatsch“.

Nun sind die unterschiedlichen Positionen beider Politiker bekannt. Und nicht neu. Denn als die Gemeinde Südharz als einzige den Antrag auf Anerkennung der Region als Unesco-Weltnaturerbe ablehnen wollte, hatte Schröder zu vermitteln versucht. Vergeblich. Umweltministerium und Gemeinderat konnten sich nicht auf eine von Rettig geforderte Vereinbarung einigen.

Verordnung gefordert

Deren Ziel sollte „die Grundlage für einen belastbaren und nachhaltigen Lösungsvorschlag zwischen der Wirtschaft, dem Naturschutz und der Gemeinde“ sein, so der Bürgermeister. Daraus sollte eine „fehlende und notwendige Verordnung“ abgeleitet werden, und sie sollte sichern, dass es „keine Verschlechterung für Wirtschaftsbetriebe“ gibt. Mitbestimmung sowie die Besetzung des Beirates der Reservatsverwaltung sollten analog zur Fläche im Reservat, Erweiterungsmöglichkeiten des Rottleberöder Gewerbegebietes sowie die ganzjährige, nachhaltige Nutzung der „Heimkehle“ verankert werden. So umfassende Garantien konnte der Minister nicht geben, hieß es. Südharz lehnte den Antrag an die Unesco ab, er wurde gar nicht erst gestellt.

Dennoch stimmte der Landtag geschlossen dafür, am Ziel der Unesco-Anerkennung festzuhalten. Dies hat vor allem Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) umzusetzen. Ende September schlug er dem Gemeinderat vor, eine Südharzkonferenz zu initiieren, darin auch die Bevölkerung einzubinden, und die Allgemeinverfügung durch eine Verordnung zu ersetzen.

Denn letzteres würde ja genau der von der Gemeinde bislang permanent vorgetragenen Forderung nach einer Verordnung statt der Allgemeinverfügung entsprechen. Sie würde inhaltlich, heißt es im Ministerium, nicht über die Regelungen der jetzigen Allgemeinverfügung hinausgehen. Statt dessen könnte sie eine breitere Beteiligung sichern und – so der Wunsch – die Akzeptanz für das Unesco-Reservat steigern.

Gespräch mit dem Gemeinderat

Nächste Woche, kündigt Rettig an, werde er noch mal mit dem Gemeinderat reden. Sein Vorschlag: „Der Landtag soll doch einfach die Vereinbarung billigen!“

Quelle: www.mz-web.de

22.10.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Karstlandschaft Südharz – 575.000 Euro fürs Biosphärenreservat

22.10.2013 16:30 Uhr | Aktualisiert 22.10.2013 17:48 Uhr
Von Helga Koch
Das Land Sachsen-Anhalt steht zum Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz. Der CDU-Landespolitiker André Schröder regt nun sogar eine „Südharzkonferenz“ an. Ein Planentwurf für den Haushalt 2014 sieht einen Betrag von 575.000 Euro für das Reservat vor.

ROSSLA/MZ. Die Befürworter des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz dürften – erst mal wieder – aufatmen: Das Land Sachsen-Anhalt steht zum Reservat. Und das soll sich auch im Haushalt fürs kommende Jahr widerspiegeln, wie André Schröder, Chef der CDU-Landtagsfraktion und Vorsitzender seiner Partei in Mansfeld-Südharz, jetzt versichert hat. Um den Diskussionsprozess um das umstrittene Reservat zu „befördern“, regt er eine „Südharzkonferenz“ an.

Schröder teilte der MZ im Zusammenhang mit den laufenden Beratungen zum Landeshaushalt 2014 mit, „dass auch im kommenden Jahr die Finanzierung der Biosphärenreservatsverwaltung in Roßla gesichert wird.“ Allerdings werde wegen der ablehnenden Haltung des Gemeinderates von Südharz weiterhin kein Antrag auf eine Anerkennung als Weltnaturerbe durch die Unesco erfolgreich sein.

Verbindliche Verordnung geplant

Schröder: „Nach wie vor findet bei einer Mehrzahl der Gemeindevertreter im Südharz die Unesco-Idee keine ausreichende Akzeptanz.“ Dies könne in Magdeburg nicht ignoriert werden. „Wir sichern aber im Landeshaushalt ab, dass der Diskussionsprozess fortgeführt werden kann.“ Die Allgemeinverfügung, die von der Gemeinde bislang gefordert worden sei, solle durch eine verbindliche Verordnung im Rahmen eines Verordnungsverfahrens ersetzt werden, kündigte der Politiker an. Darüber hinaus stelle er sich vor, dass das Land zur stärkeren Einbindung der Bevölkerung der Region eine „Südharzkonferenz“ initiiert.

Wie ein Sprecher des Umweltministeriums in Magdeburg sagte, sehe der Planentwurf für den Haushalt 2014 einen Betrag von 575 000 Euro für das Reservat im Südharz vor. Das sei fast identisch mit der Summe, die es in diesem Jahr zugewiesen bekommt – nämlich 578 000 Euro.

Der Landtag von Sachsen-Anhalt hatte in diesem Jahr einstimmig beschlossen, am Ziel der Unesco-Anerkennung für das reichlich 30 000 Hektar große Gebiet festzuhalten. Bisher ist der Antrag nicht gestellt worden, weil die Unesco die Akzeptanz durch die einheimische Bevölkerung als entscheidendes Kriterium für eine Aufnahme ins Weltnaturerbe erwartet. Das Reservat war 2009 durch die Landesregierung mit einer Allgemeinverfügung ausgewiesen worden.

Deutschlands Nummer 16?

In Deutschland bestehen gegenwärtig 15 Biosphärenreservate. Das Gebiet im Südharz könnte Nummer 16 werden. Allerdings lehnt das der Südharz-Gemeinderat mehrheitlich ab.

Quelle: www.mz-web.de

11.11.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Naturschützer zweier Schutzgebiete tagen im Harz

11.10.2013 06:31 Uhr
ROSSLA. Zwei Großschutzgebiete, viele gemeinsame Ziele: In Roßla im Landkreis Mansfeld Südharz kommen heute Naturschützer des Nationalparks Harz und des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz zu einer Tagung zusammen. Die Veranstaltung steht unter dem Motto «Biologische Vielfalt im Harz». Die Teilnehmer, darunter Biologen und Geologen, wollen die unterschiedlichen Naturschutzziele für Ober- und Südharz noch besser aufeinander abstimmen. Auf dem zweitägigen Tagungsprogramm stehen Vorträge und eine Exkursion. Vertreter der Nationalparkverwaltung wollen unter anderem über das erste Fledermausmonitoring im Nationalpark oder den Harzer Luchs informieren. Rund um das Biosphärenreservat geht es auch um bestimmte Pilzarten und Flechten. (dpa/sa)

Quelle: www.mz-web.de

10.11.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Naturschutz – Unesco-Reservat nebenan?

10.10.2013 19:35 Uhr
Der Luchs gehört im Gebiet des möglichen Biosphärenreservats im Landkreis Nordhausen in Thüringen zu den geschützten Arten. (BILD: MAIK SCHUMANN)

Von Helga Koch
Es wird geprüft, im Nachbarkreis Nordhausen ein Biosphärenreservat Karstlandschaft einzurichten. Es gibt Befürworter, Gegner – und viel Desinteresse.Die Aufklärungsarbeit lässt derzeit zu wünschen übrig.

SÜDHARZ/MZ. Während in Sachsen-Anhalt weiter verhandelt wird, um das Ja der Gemeinde Südharz zur Unesco-Anerkennung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz zu erreichen, spielt das Thema nun auch in Thüringen eine Rolle. Zwar mit Zeitverzug. Denn laut Koalitionsvertrag von CDU und SPD sollte bis 2012 geprüft sein, wie die Chancen für ein solches Reservat in Thüringen stünden. Zuzeit befassen sich die Nordhäuser Kommunalpolitiker damit. Die Pläne, ein länderübergreifendes Reservat – sogar mit Niedersachsen – zu schaffen, stammen aus den 1990er Jahren.

Das Landratsamt Nordhausen hat jetzt einen Bericht dazu vorgelegt. Er zeigt neben einer ausführlichen Bestandsanalyse die Chancen für die Region auf, vergleicht die Argumente für und gegen das Reservat. Die 15-seitige Stellungnahme kommt zu dem Schluss, dass es einen „umfassenden gemeinsamen Meinungs- und Informationsaustausch zu den Vor- und Nachteilen eines Biosphärenreservats mit allen Interessengruppen der Region“ geben müsse. Detaillierte Pläne lägen aber noch nicht vor.

„Breite Beteiligung“ erforderlich“

In der Stellungnahme heißt es beispielsweise zur einmaligen Naturausstattung: „Das Biosphärenreservat kann zu einer Aufwertung der Region führen, wenn die gesamte Region und deren Entscheidungsträger von dem Konzept überzeugt sind und es gemeinsam mit den entsprechenden Inhalten/Projekten umsetzen.“ Speziell Direktvermarkter könnten von einem Reservat profitieren. So könnte der Fuhrpark des Trinkwasserversorgers entsprechend mit dem Markennamen ausgestattet werden, die Firma Nordbrand damit werben, dass sie Wasser aus firmeneigenen Brunnen aus dem Reservat entnimmt. Die Hopfenfelder in der Goldenen Aue würden vielleicht einen Aufschwung erleben und in der Region für die Produktion eines eigenen Bieres vermarktet werden. An anderer Stelle heißt es: „Die Verwaltung eines in der Region anerkannten und mit den Partnern vernetzten Biosphärenreservats könnte bei besserer finanzieller und personeller Ausstattung… für die Entwicklung des Tourismus mehr leisten als ein Naturpark.“

Letztlich müsse gewährleistet sein, dass ein Biosphärenreservat auch die mehrheitliche Zustimmung der unmittelbar betroffenen Bevölkerung findet. Denn eine Umsetzung der Aufgaben gegen den Willen der Betroffenen sei weder möglich noch sinnvoll, steht im Bericht. Daher sei eine „breite Beteiligung, Diskussion und Aufklärung bereits im Vorfeld“ einer möglichen Ausweisung mit allen Betroffenen erforderlich.

„Mehrheitlich eine mangelnde Akzeptanz“

Derzeit überwiege eine ablehnende Haltung zum Reservat, wegen unzureichender Aufklärungsarbeit würden Restriktionen befürchtet. Eine „umfassende Aufklärungsarbeit“ wäre nötig, setze jedoch die Bereitschaft aller Akteure voraus, „ sich eingehend und vorurteilsfrei mit dieser Problematik zu befassen“. Bisher sei das Thema „nur äußerst unzureichend beziehungsweise gar nicht“ diskutiert worden. Die Meinungen seien gespalten und einseitig. Bei den Menschen gebe es „mehrheitlich eine mangelnde Akzeptanz oder ungenügendes Interesse sowie unzureichende Informationen“.

Fazit: Sollte ausgelotet werden, wie die Chancen für ein Biosphärenreservat stehen, wäre „selbstverständlich mit Unterstützung sowohl der örtlichen als auch überregionalen landesübergreifenden Akteure und Verwaltungen ein entsprechender öffentlicher Diskussionsprozess anzustoßen und zu lenken.“ Das aber müsste inhaltlich detailliert geplant werden.

Und genau das wäre in Sachsen-Anhalt wohl auch ratsam gewesen.

Quelle: www.mz-web.de

15.09.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Natur – Hinter die Kulissen geblickt

15.09.2013 22:59 Uhr
Bernd Ohlendorf (rechts)
Auch Bernd Ohlendorf (rechts) von der Referenzstelle für Fledermausschutz Sachsen-Anhalt stellte seine Arbeit vor.   (BILD: STEFFI ROHLAND)
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Von Steffi Rohland
Die Verwaltung des Biosphärenreservats „Karstlandschaft Südharz“ zeigte erstmals öffentlich ihre Räume und stellte ihre Arbeit vor. Zudem präsentieren sich der Förderverein und die Referenzstelle für Fledermausschutz in Sachsen-Anhalt.
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ROSSLA/MZ. Die Mitarbeiter des Biosphärenreservates „Karstlandschaft Südharz“ machen manchmal auch fast Unmögliches möglich: Damit der Rollstuhlfahrer Ronald Kopf am Sonnabend den „Tag der offenen Tür“ in der Verwaltung in Roßla besuchen konnte, trugen ihn Olaf Bringmann und Alexander Haupt kurzerhand die Treppe hinauf. So konnte auch der Rollstuhlfahrer an der Veranstaltung teilnehmen, bei der das Biosphärenreservat erstmals einen Blick hinter die Kulissen seines Hauptquartiers erlaubte und dort Werbung in eigener Sache machte.
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Wanderfreunden und Besuchern von Regionalmärkten sind die meisten Mitarbeiter der Verwaltung gut bekannt. Bei Vorträgen, Wanderungen und an Infoständen berichten sie regelmäßig über ihre Arbeit und die Ziele des Großschutzgebietes. Nun sahen die Gäste aber auch, wie viel Kleinarbeit hinter den präsentierten Daten und Fakten steckt. So erfuhren Gisela und Christian Billinger aus Gonna zum Beispiel, dass für Armin Hoch und Harald Bock der tagelangen Forschungsarbeit in Wald und Flur die Dateneingabe in spezielle Computerprogramme folgt.
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Helmut Haake aus Kelbra kannte bereits Uwe Kramer von den Sonntagswanderungen auf dem Karstwanderweg. „Ich wollte auch mal die anderen Kollegen kennenlernen“, sagte er. „Außerdem erfährt man viele Details.“ Sein besonderes Interesse weckte die nahezu unbekannte Karstbibliothek. 9 000 bibliophile Werke zum Thema Karstlandschaft kann Brigitte Masny den Lesern zur Einsicht vorlegen. „Für Neuanschaffungen haben wir leider kein Geld“, sagt Christiane Funkel, die amtierende Leiterin des Biosphärenreservates. „Da sind wir auf Spenden angewiesen.“

Für Eckhard und Helga Krüger aus Hohlstedt war der Technikstand der Landschaftspfleger der erste Anlaufpunkt. Alexander Haupt berichtete dort über die Arbeit der sechs Kollegen, die unter anderem als „Feuerwehr“ in verbuschten Streuobstwiesen eingesetzt werden. Denn zahlreiche geschützte Orchideenstandorte sind nur durch die Mahd zu erhalten.

Aber auch die Pflege des Karstwanderweges könnte von den Kommunen oder in ehrenamtlicher Arbeit gar nicht bewerkstelligt werden. Dazu gehört nämlich die ständige Erneuerung von zerstörten Schildern, Bänken und Geländern. Aber auch die Herstellung von Sitzraufen und der Rahmen und Aufsteller für Infotafeln erfolgt in der eigenen Werkstatt, die vom Mitarbeiter Olaf Bringmann vorgestellt wurde. In regelmäßigen Abständen bekommt er dabei Hilfe von Praktikanten oder Menschen, die ein sogenanntes freiwilliges ökologische Jahr absolvieren.

Auch innerhalb der Junior-Ranger-Ausbildung wird von den Mädchen und Jungen zu Hammer und Nägeln gegriffen, um zum Beispiel Nistkästen zu bauen. In der Karstwichtelhöhle konnten die Besucher ihr Wissen rund um die Natur und ihre Geschicklichkeit testen. Egbert Freisinger erläuterte den Besuchern die geografischen Karten, in denen verschiedene Lebensraumtypen erfasst werden. Natürlich erfuhren die Besucher auch etwas über die unvermeidliche Verwaltungsarbeit. Außerdem präsentierten sich der Förderverein und die Referenzstelle für Fledermausschutz Sachsen-Anhalt.

Quelle: www.mz-web.de

19.08.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Haselmauscamp in Hainrode – Auf der Spur der kleinen Nager

19.08.2013 09:29 Uhr
Haselmaus
Die undatierte Aufnahme zeigt eine junge Haselmaus in einem Haselnuss-Strauch beim Fressen. (FOTO: DPA)

Im Südharz fühlen sich Haselmaus und Siebenschläfer wohl. Das Hauptverbreitungsgebiet der Nager ist am 7. und 8. September Schauplatz für ein Camp für Kinder und Jugendliche, die vor Ort alles über die Tiere erfahren können.

HAINRODE/MZ. Am 7. und 8. September 2013 findet das 5. Haselmaus-Camp als gemeinsameVeranstaltung des BUND Sachsen-Anhalt, Regionalverband Halle/Saalkreis und des Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz in Hainrode statt.

Der BUND Sachsen-Anhalt und die Verwaltung des Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz laden alle naturinteressierten Kinder und Jugendlichen zu einem spannenden Wochenende ein – Eltern dürfen auch mitgebracht werden. Dabei geht es insbesondere um die beiden Bilcharten Haselmaus und den Siebenschläfer. Diese kleinen Nagetiere leben vor-zugsweise in Laubwäldern mit Haselsträuchern und in Streuobstwiesen. Der Südharz stellt eines der Hauptverbreitungsgebiete für diese Arten in Sachsen-Anhalt dar. Was eine Nussjagd ist und wo Haselmäuse am liebsten wohnen, all das wird an diesem Wochenende erklärt. Neben interessanten Vorträgen und Exkursionen mit Spezialisten kommen auch Spaß und Spiel nicht zu kurz. Am Samstagabend wird gegrillt, es gibt ein Lagerfeuer und, falls das Wetter es zulässt, auch eine spannende Nachtwanderung.

Für diese Veranstaltung ist eine Anmeldung bis zum 4. September 2013 erforderlich. Die Anmeldeformulare sind in der Verwaltung des Biosphärenreservates erhältlich oder können auf der Internetseite heruntergeladen werden. Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz, Hallesche Straße 68a, OT Roßla, 06536 Südharz, Telefon 034651/29 88 90

Internet: www.bioreskarstsuedharz.de

Quelle: www.mz-web.de

16.07.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Ministerium will Gespräche zu Biosphärenreservat führen

16.07.2013 22:58 Uhr
Von Helga Koch
Sachsen-Anhalts Umweltministerium steht weiter zum Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz. Das reichlich 30.000 Hektar große Reservat war 2009 nach Landesrecht ausgewiesenworden. Die Aufklärungsarbeit soll jetzt verstärkt werden.
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ROSSLA/MZDie Umweltministerium Sachsen-Anhalts bekennt sich nach wie vor zum Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz. Das hat am Dienstag Annette Zietlow, Referatsleiterin für allgemeinen Naturschutz, Großschutzgebiete und Naturschutzfördermaßnahmen, während eines Vor-Ort-Gespräches in der Reservatsverwaltung in Roßla versichert. Das reichlich 30 000 Hektar große Reservat war 2009 nach Landesrecht ausgewiesen worden. Der Antrag an die Unesco, das Reservat als Weltnaturerbe anzuerkennen, war am Widerstand der Gemeinde Südharz gescheitert. Dennoch hatte der Landtag einmütig daran festgehalten, die Verwaltung wie bisher zu erhalten und die Arbeit fortführen zu lassen.
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Unesco-Anerkennung bleibt Ziel
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Wichtig sei es, so Zietlow, die Öffentlichkeitsarbeit zu verstärken, mehr über die Ziele des Biosphärenreservats aufzuklären und Befürchtungen in Teilen der Bevölkerung zu zerstreuen. Das Ministerium werde weitere Gespräche mit der Gemeinde Südharz führen. Sie gehe davon aus, dass dies der Minister wohl selber übernehme. „Wir werden alles versuchen, um das Biosphärenreservat entsprechend des Landtagsbeschlusses zuentwickeln und die Unesco-Anerkennung zu erreichen.“Allerdings ist derzeit noch immer die Klage der Gemeinde Rottleberode beziehungsweise ihrer Rechtsnachfolgerin, der Gemeinde Südharz, gegen die 2009 erfolgte Ausweisung des Reservats nach Landesrecht anhängig. Im Zuge des Verfahrens war ein Vergleich angestrebt worden. Er sollte darin bestehen, eine Vereinbarung zwischen Gemeinde und Umweltministerium auszuhandeln. Diese Verhandlungen waren kurz vor dem Ratsbeschluss der Gemeinde ergebnislos abgebrochen worden.Landschaftspfleger am Süßen See

In der Reservatsverwaltung sind 28 Mitarbeiter einschließlich der Landschaftspfleger tätig. Darunter seien aber laut der stellvertretenden Leiterin Christiane Funkel mehrere Vorruheständler und Langzeitkranke. Ein Teil der Landschaftspfleger ist für mehrere Wochen bei der Bekämpfung des Feuerbrands am Süßen See im Einsatz.

Quelle: www.mz-web.de

11.07.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Ausstellung in Roßla
Wanderschau informiert über Schutzgebiete

11.07.2013 10:54 Uhr

 
Auch das Knabenkraut wächst auf geschützten Flächen.   (BILD: SRO)

Am Donnerstag ist die Eröffnung in der Reservatsverwaltung. Höhepunkt der Veranstaltung soll die Präsentation des druckfrischen Sonderheftes der Reihe „Naturschutz im Land Sachsen-Anhalt“ sein.

ROSSLA/MZ/SRO. Unter dem Thema „Grüne Schatzkammer Sachsen-Anhalt“ wird am heutigen Donnerstag um 18 Uhr in der Verwaltung des Biosphärenreservats in Roßla, Hallesche Straße 68a (neben der Roßpassage), die Wanderausstellung über das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000 in Sachsen-Anhalt eröffnet.

Höhepunkt der Veranstaltung soll die Präsentation des druckfrischen Sonderheftes der Reihe „Naturschutz im Land Sachsen-Anhalt“ sein. Das 176 Seiten umfassende Heft ist allein der Landschaft und dem Artenreichtum im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz unter dem Schwerpunkt „Natura 2000 im Südharz“ gewidmet.

Die Ausstellung, die im Auftrag des Landesamtes für Umweltschutz erarbeitet wurde, bietet nach Angaben der Erarbeiter Wissenswertes für die ganze Familie. Für Kinder bestehe ein Wettbewerb zum Mitmachen. Ein einstündiger Film gibt außerdem einen Einblick in die „grünen Schätze“ Sachsen-Anhalts. Das Schutzgebietsnetz nimmt allein in Sachsen-Anhalt rund 11,3 Prozent der Landesfläche ein. „Natura 2000“ ist der Oberbegriff für Gebiete, die nach der EU-Vogelschutzrichtlinie nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) als FFH-Gebiete ausgewiesen sind. Die Finanzierung der Ausstellung erfolgte durch europäische Fördermittel und Geld des Landes.

Quelle: www.mz-web.de

10.06.2013 – Pressemitteilung NaturFreunde Deutschlands

Eckart KuhlweinBild1
Mitglied des Bundesvorstands
Fachbereichsleiter Naturschutz
und Umwelt, Sanfter Tourismus

10.06.2013 – NaturFreunde bekennen sich zum Biosphärenreservat
Wanderung zur Queste mit vielen Teilnehmern

Die deutschen NaturFreunde treten für ein UNESCO-Biosphärenreservat in der Karstlandschaft im Südharz ein. Zum Beginn einer Wanderung zum Bauerngraben und zur Queste bzw. nach Questenberg am vergangenen Sonnabend sagte Eckart Kuhlwein als zuständiger Fachbereichsleiter für Umwelt- und Naturschutz, die Anerkennung der einzigartigen Landschaft durch die Unterorganisation der Vereinten Nationen könnte den sanften Tourismus in der Region beleben und viele Arbeitsplaetze schaffen.

Die vierstündige Wanderung, an der auch die Landtagsabgeordnete Nadine Hampel aus Wallhausen und der Vorsitzende des Kreisanglervereins Sangerhausen, Gerhard Jarosz, mit seiner Frau teilnahmen, war ein Beitrag zur „Flusslandschaft des Jahres Helme“, einer gemeinsamen Aktion von Anglern und NaturFreunden. Die deutschen NaturFreunde hatten sich am Wochenende mit insgesamt 40 Wanderungen, Rad- und Kanutouren  sowie mehreren Natura-2000-Festen an einer Initiative des Bundesamtes für Naturschutz beteiligt, für das europäische Schutzsystem Natura 2000 und seine biologische Vielfalt zu werben.

Mit 27 Teilnehmern erreichte die Wanderung unter der Führung von Marcus Fritze bei herrlichem Frühsommerwetter beinahe einen Rekord. Vom Parkplatz bei Agnesdorf ging es zunächst zum Bauerngraben, der sich mit viel Wasser von seiner besten Seite zeigte. Anschließend kletterten die Wanderer zur Queste und genossen den Ausblick. Nach einer Kaffeerast in Questenberg ging es auf Waldwegen zurück zum Parkplatz. Die NaturFreunde wollen die Wanderwege zum Bauerngraben und über die Queste – durch ein von der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) geschütztes Gebiet als „Natura-Trail“ dokumentieren. 100 solcher in Flyern für Wanderer und Radfahrer beschriebenen „Trails“ gibt es inzwischen in Deutschland.

Marcus FritzeMarcus Fritze, Experte für das Biosphärenreservat, schilderte den Wanderern am Bauerngraben die geologischen Wunder.

06.06.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Aktionsbündnis dankt Bürgern und Partnern

06.06.2013 16:28 Uhr
In Roßla sind ab sofort Aufkleber und Anstecker mit der Aufschrift „Pro Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz“ erhältlich. Damit soll weiter an dem Vorhaben festgehalten werden, die Region als Unesco-Weltkulturerbe anerkennen zu lassen.
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ROSSLA/MZ/HKO. Das Aktionsbündnis „Pro Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz“ hält an seinem Ziel, der Anerkennung der Region als Weltnaturerbe durch die Unesco, fest. Dazu sind ab sofort vier verschiedene Aufkleber und ein Anstecker mit der Aufschrift „Pro Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz“ beim Förderverein und in der Reservatsverwaltung in Roßla erhältlich. Zugleich hat das Aktionsbündnis darauf verwiesen, dass 7 299 Bürger und 178 Bündnispartner binnen weniger Wochen ihre Zustimmung zum Antrag an die Unesco mit ihrer Unterschrift bekundet haben. Damit sei ein „deutliches positives Zeichen aus der Region dem negativen Gemeinderatsbeschluss“ entgegengesetzt worden, heißt es in einer Presseerklärung. Der Rat der Gemeinde Südharz hatte im Februar sowohl eine Vereinbarung mit dem Umweltministerium Sachsen-Anhalts als auch den Antrag auf Anerkennung der Karstlandschaft Südharz als Weltnaturerbe abgelehnt. Der Landtag hält einmütig am Ziel der Unesco-Anerkennung fest.

Das Aktionsbündnis hat bereits ein Bürgerbegehren gegen den Ratsbeschluss erwogen. Das sei jedoch vorerst nicht möglich, weil die Gemeinde Rottleberode gegen die Ausweisung des Reservats geklagt hatte und das Klageverfahren noch läuft. Die Zeit bis zur juristischen Klärung werde das Aktionsbündnis nutzen, um aufzuklären, „die zahlreichen falschen Gerüchte“ zu widerlegen und mit Aufklebern Zeichen zu setzen.

Quelle: www.mz-web.de

16.05.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

ANDERE FRAGEN GESTELLT
Förderverein: Befangenheit von Räten nicht thematisiert

ROSSLA/MZ/HKO – Der Verein „Zukunft im Südharz“ hat gestern erklärt, dass er in seinem Fragenkatalog bezüglich der Südharz-Ratsbeschlüsse über das Biosphärenreservat an die Kommunalaufsicht des Landkreises keine Fragen zu einem möglichen Mitwirkungsverbot von Ratsmitgliedern gestellt habe. Denn das sei in dem MZ-Artikel „Südharz-Räte waren nicht befangen“ (MZ vom 14. Mai, Seite 9) so geschrieben worden.

Der Verein „Zukunft im Südharz“, Förderverein für das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz, habe nach dem Gemeinderatsbeschluss, mit dem die Unterzeichnung des Unesco-Antrags und die Unterzeichnung der Vereinbarung mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt abgelehnt wurden, die Kommunalaufsicht in Sangerhausen gebeten, einige damit zusammenhängende Sachverhalte zu prüfen.

Der Katalog des Fördervereins enthalte demnach Fragen, die sich jedem Bürger ergeben würden, der sich über das Zustandekommen der Beschlüsse informiere. Unter anderem sei bemerkt worden, dass in der Ankündigung der Tagesordnung im Amtsblatt vom 23. Februar das Biosphärenreservat nicht korrekt bezeichnet worden ist. Es sei auch gefragt worden, ob es im Sinne der Bürger sei, wenn Gemeinderatsmitglieder zum Thema der Abstimmung vom Bürgermeister einseitig und unvollständig informiert worden seien, so der Förderverein.

Weiter habe man wissen wollen, ob ein Bürgermeister über einen Vertrag verhandeln dürfe, in dem unter dem Begriff des „Drittschutzes“ Ansprüche der Wirtschaft, also Dritter, geregelt werden sollten. Und es sei aufgefallen, dass nicht alle Gemeinderäte im Sinne der Beschlüsse ihrer Ortschaftsräte gestimmt hätten. Die Antwort der Kommunalaufsicht liege vor.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 16.05.2013

14.05.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

SÜDHARZ-RÄTE WAREN NICHT BEFANGEN
Landkreis hat Beschluss rechtlich geprüft.

VON HELGA KOCH
Sangerhausen/Südharz/MZ – Der Beschluss des Südharz-Gemeinderates, der Ende Februar eine Vereinbarung zwischen Landes-Umweltministerium und Gemeinde zum Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz abgelehnt hatte, ist rechtens. Das hat der Landkreis Mansfeld-Südharz mitgeteilt.

Fast jeder Gemeinderat betroffen

Wie Sprecher Uwe Gajowski sagte, sei eine Prüfung erfolgt, nachdem der Förderverein „Zukunft im Südharz“ einen Fragenkatalog vorgelegt hatte. Weder für Bürgermeister Ralf Rettig (CDU) noch weitere Gemeinderäte habe ein Mit-wirkungsverbot bei der Abstimmung vorgelegen. Weil sich das geplante Reservatsgebiet über Teile der Stadt Sangerhausen, der Verbandsgemeinde Goldene Aue und fast vollständig über die Gemeinde Südharz erstrecke, wäre wohl „beinahe jeder Gemeinderat von der Beschlussfassung mehr oder weniger betroffen“, weil er Grundeigentum im geplanten Gebiet habe.   Die betroffenen Räte wären aber nur als Angehörige einer Bevölkerungsgruppe beteiligt. deren gemeinsame Interessen hierbei berührt würden; so sei es in der Gemeinde-ordnung, Paragraf 31, Absatz 2 verankert. Zwar unterlägen „die Grundeigentümer in Planungsgebieten grundsätzlich dem Mitwirkungsverbot“, in diesem speziellen Fall aber nicht. Fraglich sei, „ob allein der Abschluss oder Nicht-Abschluss der Vereinbarung mit dem Umweltministerium überhaupt einen besonderen Vor- oder Nachteil für die Betroffenen eröffnet, weil für die Verwertbarkeit von Grundeigentum noch weitere Faktoren eine Rolle spielen.

Ohnehin keine Einschränkungen

Ministeriumssprecher Detlef Thiel argumentiert ähnlich. Man habe bei der Ausweisung des Biosphärenreservats 2009 „keine Bewirtschaftungs-einschränkungen für Flächen privater Eigentümer fest-gelegt“. Die Unesco-Anerkennung wäre eine Urkunde, auf der steht, dass das Biosphärenreservat nun zum Unesco-Weltnetz der Biosphärenreservate gehört. Daraus ergäben sich ebenfalls keine Bewirtschaftungseinschränkungen für private Flächen. Ein vermeintlicher Selbstschutz des Bürgermeisters und der Gemeinderatsmitglieder vor den „Einschränkungen“ des Biosphärenreservats liefe somit ohnehin ins Leere.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 14.05.2013

 

19.04.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

„Heimkehle“ bei Uftrungen

 

KAUM CHANCE AUF FÖRDERGELD

19.04.2013 22:04 Uhr | Aktualisiert 19.04.2013 22:14 Uhr

Die Zukunft der „Heimkehle“ ist nun völlig offen. (BILD: SCHUMANN/ARCHIV)

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VON HELGA KOCH
Die Umgestaltung der „Heimkehle“ bei Uftrungen rückt in weite Ferne. Grund ist die abgelehnte Unesco-Anerkennung fürs Biosphärenreservat. Die Zukunft der Schauhöhle als touristisches Ausflugsziel steht auf der Kippe.
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UFTRUNGEN/MZ. Die Entscheidung des Südharz-Gemeinderates, den Unesco-Antrag auf Anerkennung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz nicht zu unterstützen, führt zu ersten Konsequenzen. Der Antrag der Gemeinde auf 750 000 Euro Fördermittel für die Umgestaltung der „Heimkehle“ bei Uftrungen ist auf der Prioritätenliste des Landes „weit nach hinten gerutscht“. Das teilte jetzt das Landesverwaltungsamt Halle auf Anfrage der Mitteldeutschen Zeitung mit.

Sprecherin Gabriele Städter begründete, dass das Land Sachsen-Anhalt 2009 die Allgemeinverfügung über die Erklärung des Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz erlassen und das Biosphärenreservat eingerichtet habe. Aufgrund der Klage der Gemeinde Südharz (vormals Rottleberode) besitze die Allgemeinverfügung aber noch keine Bestandskraft. „Somit sind Projekte im Zusammenhang mit diesem noch nicht rechtskräftig ausgewiesenen Großschutzgebiet nicht der entsprechenden Förderpriorität für Projekte in Biosphärenreservaten zuzuordnen. Wir müssen warten, bis die Entscheidung abgeschlossen ist.“

Damit steht die Zukunft der Schauhöhle als touristisches Ausflugsziel auf der Kippe. Denn jährlich kamen zuletzt nur noch rund 20 000 Besucher in die Höhle, die Laserschau wurde auf den Zeitraum vom 1. Mai bis 20. Juli beschränkt. Um den Erfordernissen des Naturschutzes zu entsprechen, die Höhle besser erlebbar zu machen und dabei die Gedenkstätte für die Zwangsarbeiter während der Nazizeit einzubeziehen, sollten der Führungsweg und die Ausstellung verändert werden. Das Vorhaben wäre ohne Eigenanteil der Gemeinde gefördert worden. Zusätzlich sollte im Außenbereich ein Informationszentrum für das Biosphärenreservat entstehen.

Der Gemeinderat hatte im vergangenen Sommer bereits über eine mögliche Schließung der Höhle nachgedacht. Bürgermeister Ralf Rettig (CDU) hatte dazu eine entsprechende Beschlussvorlage in die Ratssitzung eingebracht und zwei Varianten aufgeführt. Die erwogene Schließung wurde allerdings so heftig von allen Seiten abgeschmettert, dass es letztlich zu einem einmütigen Beschluss für den Erhalt der Schauhöhle kam.

Zugleich hatte der Gemeinderat den Karst-Experten Reinhard Völker beauftragt, den Fördermittelantrag nebst Plan für die künftige Gestaltung und Nutzung der Schauhöhle zu erarbeiten. Das ließ sich die Gemeinde 5000 Euro kosten, der Antrag wurde fristgemäß eingereicht. Außerdem gründete sich eine Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Rettig, um Ideen für das Ausflugsziel zusammenzutragen.

Quelle: www.mz-web.de

16.04.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

VERWALTUNG SOLL BLEIBEN

16.04.2013 19:35 Uhr

Ralf Bergmann

Ralf Bergmann, SPD-Landtagsabgeordneter: „Das kann Spaß machen.“  (BILD: MZ/ARCHIV)
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VON HELGA KOCH
Die Mitglieder der Landtagsfraktion bestärken die Befürworter des Antrags die Karstlandschaft von der Unesco anerkennen zu lassen. Ein Bürgerbegehren scheint vorerst nicht möglich zu sein.
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ROSSLA/MZ. Die SPD-Landtagsfraktion lässt nicht locker – und setzt sich weiter für die Umsetzung des Koalitionsvertrages mit der CDU und speziell für den Antrag auf Anerkennung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz durch die Unesco ein. Dazu will sie sowohl das Umweltministerium in die Pflicht nehmen als auch das bürgerschaftliche Engagement in der Region stärken. Das hat jetzt Ralf Bergmann, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, in einer Gesprächsrunde in Roßla zugesichert. Er kündigte außerdem an, den Fortbestand und die weitere Arbeit der Reservatsverwaltung zu unterstützen: „Wir machen unsere Zustimmung zum Haushalt 2014 davon abhängig, dass wir die Stellen der Verwaltung wiederfinden.“
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Vorab hatte es ein Treffen mehrerer SPD-Landtagsabgeordneter mit dem Bürgermeister der Gemeinde, Ralf Rettig (CDU), gegeben. Wie die Riethnordhäuser Landtagsabgeordnete Nadine Hampel sagte, habe man sich „sehr sachlich und sehr offen“ unterhalten. Bergmann äußerte Verständnis für Rettigs Position, sich hinter die Wirtschaft zu stellen. Jedoch gehe es heutzutage keineswegs mehr darum, „mit altbackenem Naturschutz die Ansiedlung von Wirtschaft zu verhindern. Die Zeiten, wo Naturschutz und Wirtschaft Gegensätze sind, sind vorbei.“ Vielmehr müssten Wirtschaft und Naturschutz zusammengebracht werden: „Das kann Spaß machen.“ Als Partner, solche Wege zu ebnen, komme das Biosphärenreservat in Betracht. Christiane Funkel, stellvertretende Leiterin der Roßlaer Reservatsverwaltung, unterstrich: Sämtliche Ansiedlungen, die Bürgermeister Rettig geplant habe, seien trotz des im Aufbau befindlichen Reservats gekommen.
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Rita Mittendorf vom SPD-Arbeitskreis Landwirtschaft und Umwelt regte an, dem Wirtschaftsfaktor Tourismus mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Denn mit dem Unesco-Titel könne man die Region ganz anders „promoten“. Jetzt aber müsse man erst mal rauskommen aus der verfahrenen Situation.
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Das erwogene Bürgerbegehren komme dafür vorerst nicht in Frage, teilte Hampel mit. Denn solange die Klage der Gemeinde Südharz gegen die 2009 vom Land erfolgte Ausweisung des Reservats per Allgemeinverfügung nicht vom Tisch ist, gehe das juristisch nicht.
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Quelle: www.mz-web.de

Pressemitteilung: SPD – Nadine Hampel

16.04.2013

Auswärtige Arbeitskreissitzung

Keine unüberwindbaren Hürden für das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz

Der Arbeitskreis Landwirtschaft und Umwelt der SPD-Landtagsfraktion besuchte am 15. April 2013 den Bürgermeister der Gemeinde Südharz sowie die Biosphärenreservatsverwaltung in Roßla, um mit Bürgern über die weitere Entwicklung des Biosphärenreservats ins Gespräch zu kommen.

Dazu Nadine Hampel, Abgeordnete der SPD-Landtagsfraktion aus der Region:

„Bei dem Gespräch mit Bürgermeister Rettig wurde deutlich, dass es keine unüberwindbaren Hürden für die Zustimmung der Gemeinde zur Beantragung der UNESCO-Anerkennung gibt. Die Gemeinde möchte auf der Grundlage einer Vereinbarung sicherstellen, dass die wirtschaftliche Entwicklung  durch das Biosphärenreservat nicht behindert wird. Dies sollte unserer Auffassung nach möglich sein, denn die Ziele eines Biosphärenreservats sehen die Unterstützung regionaler und wirtschaftlicher Entwicklung vor. Gerade das von der Gemeinde für die Region angestrebte Spitzencluster Bioökonomie mit seinen vielfältigen Nutzungen des nachwachsenden Rohstoffs Holz, würde dem Gedanken von Mensch und Biosphäre in besonderer Weise gerecht werden. Hier ist demzufolge vor allem Aufklärungsarbeit zu leisten, um zu verdeutlichen, dass Umwelt- und Naturschutz  keineswegs im Widerspruch zur wirtschaftlichen Entwicklung steht.

Im Gespräch mit den Bürgern wurde noch einmal deutlich, welchen Stellenwert die Biosphärenreservatsverwaltung für die Region hat und das diese erfolgreich überregional für die Region wirbt. Eine Vielzahl von Projekten, wie die Ausbildung zu Landschafts- und Naturführern, die geführten Wanderungen, die Streuobsttage und vieles andere mehr werden gut angenommen und sind eine  Bereicherung für die Region.

An die Fraktion erging der Appell, die Verwaltung des Biosphärenreservats aufrecht zu erhalten und an dem Ziel der UNESCO-Anerkennung festzuhalten.

Nach unserer Auffassung sollte weiter daran gearbeitet werden, mit der Gemeinde eine vertretbare  Vereinbarung  abzuschließen. Bei der Werbung um Unterstützung in der Region, wäre die Einbindung des MAB-Nationalkomitees hilfreich, um vorhandene Vorurteile abzubauen und den ganzheitlichen Ansatz von Biosphärenreservaten als Modellregionen für eine nachhaltige Entwicklung zu unterstreichen. Die Verwaltung des Biosphärenreservates sollte auf alle Fälle aufrechterhalten werden und sich zukünftig verstärkt auch Fragen einer nachhaltigen Wirtschaftsansiedlung widmen.“

Quelle: www.spd-lsa.de

05.04.2013 – Deutschlandfunk

Provinzposse um UNESCO-Titel

Bürgermeister im Südharz wehrt sich gegen Biosphärenreservat in seiner Region

VON CHRISTOPH RICHTER

Einzigartige Landschaft: Der Südharz in der Nähe von Sangerhausen, Sachsen-Anhalt (Bild: picture alliance / dpa / Waltraud Grubitzsch)
Einzigartige Landschaft: Der Südharz in der Nähe von Sangerhausen, Sachsen-Anhalt (Bild: picture alliance / dpa / Waltraud Grubitzsch)

Sie hätte in einem Atemzug mit dem Ayers Rock in Australien genannt werden können: die Karstlandschaft Südharz. Die UNESCO wollte die einzigartige Gipsfelsenlandschaft in ein Biosphärenreservat umwandeln. Doch der Bürgermeister der Gemeinde Südharz stellt sich quer. 

Weiße, schroff abfallende Gipsfelsen, riesige Höhlen. Wildkatzen und schwarze Störche. Idyllische mittelalterliche Dörfer, in denen die Menschen heidnische Bräuche leben. Eine fast mystische Gegend, das ist die Karstlandschaft Südharz. Die liegt auf halber Strecke zwischen Halle und Göttingen und steht wegen ihrer Einmaligkeit schon seit 1927 unter besonderem Schutz. Jetzt sollte ein UNESCO-Biosphärenreservat draus werden. Und hätte in einer Reihe mit dem australischen Ayers Rock stehen können. Hätte. Ist aber nicht. 

Denn der Bürgermeister der sachsen-anhaltischen Verbandsgemeinde Südharz stellte sich quer. Für die Anerkennung wäre aber die Zustimmung der gesamten Region nötig gewesen, damit ist das Projekt UNESCO-Biosphärenreservat Südharz gestorben. Die pensionierte Lehrerin Renate Blume aus Questenberg versteht die Welt nicht mehr:

„Da gibt es sehr unschöne Sachen. Dass die, die den Mut haben, was dagegen zu sagen, dass die bedroht werden.“

CDU-Bürgermeister Ralf Rettig winkt ab. Er träumt stattdessen von rauchenden Fabriken, kreischenden Sägewerken, staubigen Gipsfabriken. Damit das mal Wirklichkeit wird, hat er gegen das Vorhaben UNESCO-Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz gestimmt. 

„Speziell können Einschränkungen für die Landwirtschaft kommen. Das heißt Gülle-Verbot, Dünger-Verbot, Spritzverbot. Die Landwirtschaft hätte wirtschaftliche Nachteile, die Gemeinde könnte sich nicht weiterentwickeln.“

Unterstützung bekommt der frühere LPG-Schlosser Ralf Rettig von der örtlichen Industrie- und Handelskammer in Sangerhausen. 

„Auch ein Titel Biosphärenreservat wird nicht in Scharen Touristen anlocken. Das kann niemand nachweisen,“

… so IHK-Sprecher Frank Lehmann. Christdemokrat Hermann Onko Aeikens, Sachsen-Anhalts Umweltminister, schüttelt den Kopf:

„Wir haben sehr viele Gespräche mit Herrn Rettig geführt, wir haben uns intensiv bemüht, wir haben versucht, mit einem Vertrag auf die Bedenken der Gemeinde einzugehen. Aber wenn immer neue Forderungen gestellt werden und wenn ich Dinge unterschreiben soll, dich ich verantwortungsbewusst nicht unterschreiben kann, dann ist eine Situation entstanden, in der wir nicht weiterkommen.“

Wenn der UNESCO-Titel gekommen wäre, dann hätte nur die sogenannte Kernzone – die im Südharz aber lediglich drei bis vier Prozent der Flächen ausgemacht hätte – nicht mehr wirtschaftlich genutzt werden dürfen. Nur dort hätte man alles so lassen müssen, wie es Mutter Natur einst geschaffen hat. Auf dem übrigen Gebiet wäre aber fast alles möglich gewesen. Denn da soll der Mensch geradezu leben und arbeiten, seinen Bedürfnissen und Traditionen nachgehen. Genau das ist das Besondere des Konzepts eines UNESCO-Biosphärenreservats, das den Menschen und die Natur in direkten Zusammenhang bringt. 

Der ganze Kampf eines sachsen-anhaltischen Dorfes um das Pro und Kontra des etwa 30.000 Hektar kleinen UNESCO-Biosphärenreservats Südharz hat etwas von einer Provinzposse. Es handelt letztlich von einem Bürgermeister, der einen ganz persönlichen Rachefeldzug gegen Naturschützer führt, vermutet Holger Piegert, Chef der Reservatsverwaltung Karstlandschaft Südharz:

„Die Leute haben viel zu viel Angst, dass wir irgendwelche Verordnungen machen könnten. Das ist aber Sache der Länder, des Bundes, der EU. Sondern wir sind ja einfach dazu da, die Kommunen auch zu unterstützen in ihrer freiwilligen Arbeit. Insbesondere in der Tourismus-Entwicklung oder Landschaftspflege.“

Seit der Gründung des Landes Sachsen-Anhalt sind sich alle im Landtag vertretenen Parteien einig, das Südharzer Gipskarstgebiet in ein Biosphärenreservat mit UNESCO-Status umzuwandeln. Doch das ist nun erst mal passé, um aus der weithin unbekannten, aber einzigartigen Landschaft bestehend aus 200 Höhlen ein Gebiet mit weltweiter Strahlkraft zu machen. Noch gibt es die Möglichkeit eines Bürgerbegehrens bzw. einer Bürgerbefragung. Doch ob das passiert, ist derzeit mehr als fraglich.

Quelle: www.dradio.de

05.04.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

IRRITATION UM BESCHLUSS ZUM RESERVAT

05.04.2013 16:48 Uhr  
Die Karstlandschaft Südharz soll Unesco-Weltkulturerbe werden. Hier ein Blick auf Questenberg.

Die Karstlandschaft Südharz soll Unesco-Weltkulturerbe werden. Hier ein Blick auf Questenberg. (BILD: LUKASCHEK/ARCHIV)

Der Beschluss des Gemeinderates Südharz zum Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz hat erneut für Irritationen in der Öffentlichkeit gesorgt. Der Bürgermeister weist Behauptungen zurück.
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SÜDHARZ/MZ/KHK. Südharz-Bürgermeister Ralf Rettig (CDU) wies am Freitag Behauptungen des Umweltministeriums zurück, dem Gemeinderat nicht den mit dem Ministerium ausgehandelten Vertrag vorgelegt zu haben. „Das stimmt so nicht“, sagte Rettig gegenüber der MZ.

Ferner dementierte Rettig Aussagen in einem MZ-Bericht über die Ratssitzung in Roßla. Dabei hatten wir ihn im Zusammenhang mit der Debatte um das Biosphärenreservat mit den Worten zitiert: „Der Minister hat klar gesagt, die Nachteile werden kommen“. Statt Minister habe er Ministerium gesagt und auf einen Schriftwechsel verwiesen. In dem Papier habe das Ministerium eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen für die Land- und Forstwirtschaft nicht ausgeschlossen.

Wie berichtet, hatte der Gemeinderat Südharz nach einer über Jahre währenden öffentlichen Debatte über das Für und Wider den Antrag auf die Anerkennung des Biosphärenreservates durch die Unesco abgelehnt. Damit ist der Titel für die „Karstlandschaft Südharz“ zunächst in weite Ferne gerückt. Im Landtag war Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) daraufhin unter Druck geraten.

Vor knapp zwei Jahrzehnten hatte die damalige Umweltministerin Heidrun Heidecke (Grüne) die Idee entwickelt, eine Biosphärenreservat im Südharz einzurichten. Ursprünglich sollte sich dieses über Sachsen-Anhalt, Thüringen bis hinein nach Niedersachsen erstrecken. Am Ende hielt nur noch der Landtag Sachsen-Anhalt an dem Vorhaben fest.

Quelle: www.mz-web.de

04.04.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

ÄUSSERUNGEN DEMENTIERT

04.04.2013 12:45 Uhr
 
Das Landesumweltministerium ist Äußerungen von Südharz-Bürgermeister Ralf Rettig (CDU) in der Debatte um das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz entgegengetreten.
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SÜDHARZ/MZ/KHK. Demnach habe Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) immer wieder darauf hingewiesen, dass die Anerkennung des Reservates als Unesco-Biosphärenreservat eine große Chance darstelle. Nachteile für die Region seien nicht zu erwarten. „Dementsprechend hat Herr Minister Aeikens auch nicht erklärt: ‚Nachteile werden kommen’“, sagte Janette Tandel, stellvertretende Ministeriumssprecherin mit Blick auf Äußerungen des Gemeindeoberhauptes.
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Zudem machte Tandel erneut deutlich, dass das Ministerium nach Verhandlungen mit dem Anwalt von Rettig einen Vertragsentwurf vorgelegt habe. Dieser Entwurf habe ein weitgehendes Entgegenkommen gegenüber der Gemeinde, auch im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung, enthalten. Gleichwohl weigere sich Rettig diesen Entwurf dem Gemeinderat mit dem Vorschlag vorzulegen, diesen zu akzeptieren.
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Quelle: www.mz-web.de

01.04.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

RETTIG HADERT MIT DEM LANDTAG

01.04.2013 16:31 Uhr
Ralf Rettig
Ralf Rettig  (BILD: ARCHIV)
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VON HELGA KOCH
Südharz-Bürgermeister Ralf Rettig rechnet mit den Oppositionsparteien ab. Vor dem möglichen Bürgerbegehren zum Unesco-Antrag für das Biosphärenreservat will er die Bevölkerung aufklären.
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SÜDHARZ/MZ. Es war die erste Gemeinderatssitzung nach dem deutlichen Nein aus dem Südharz zum Unesco-Antrag fürs Biosphärenreservat. Und es war für Südharz-Bürgermeister Ralf Rettig (CDU) zugleich die Gelegenheit zur Abrechnung mit dem Landtag in Magdeburg. Hatte er doch vor wenigen Tagen als Zuschauer die rege Debatte verfolgt und sich heftige Kritik von allen Seiten anhören müssen, als die Landtagsabgeordneten zwar die Entscheidung der Gemeinde Südharz akzeptierten – und trotzdem einhellig dafür stimmten, am Ziel der Unesco-Anerkennung festzuhalten.
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„Polemik und Unwissenheit“ 

Rettig zog nun selbst vom Leder. Den Rednern der Oppositionsparteien warf er vor, „mit viel Polemik und Unwissenheit“ aufgetreten zu sein. Sie hätten noch immer nicht begriffen, dass man seit 23 Jahren die kommunale Selbstverwaltung habe. Schließlich habe seinerzeit Sachsen-Anhalts Umweltministerin Petra Wernicke (CDU) selbst zugesagt, es werde den Antrag an die Unesco nur im Einvernehmen mit den Gemeinden, der Wirtschaft, den Bauern und der Kreisverwaltung geben. Vergleiche mit anderen Biosphärenreservaten seien unpassend, vielmehr befürchte er wie in der thüringischen Röhn ein „Sterben auf Raten.“ Es sei traurig, wetterte Rettig, dass sich der Landtag Sachsen-Anhalts über die Region hinwegsetzen wolle, ohne sich mit der Basis auseinanderzusetzen – was freilich so nicht stimmt, denn Minister oder Staatssekretäre waren in den vergangenen Jahren mehrfach in Südharz – auch und gerade wegen des Biosphärenreservats. Aus Rettigs Sicht sei Unweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) schuld, weil er die von der Gemeinde Südharz geforderte Vereinbarung nicht unterschrieben habe. „Der Minister hat klar gesagt, die Nachteile werden kommen“, sagte Rettig.

Bevölkerung spaltet sich

Eventuell müsse man noch mal die Bevölkerung aufklären. Denn es sei ja von einem Bürgerbegehren die Rede, und zurzeit spalte sich die Bevölkerung in Gegner und Befürworter. Es sei „beschämenswert, wie der Landtag versucht, das Bürgerbegehren zu unterstützen“, sagte Rettig zur MZ. Die Landesregierung und die Landespolitiker wollten „einfach nur auf Wolke sieben sein und ihre Macht erhalten“. Und es sei eine „Schweinerei“, dass er als Bürgermeister unter Druck gesetzt werde. Ein „hoher Politiker“ habe ihm gesagt, das Biosphärenreservat müsse kommen, sonst müsse die Gemeinde damit rechnen, keine Fördermittel mehr zu erhalten.

Im Gemeinderat gab es zu dem strittigen Thema diesmal aber keine Debatte. Einzig Wolfgang Krause (parteilos) aus Breitenstein meldete sich zu Wort und fand, wegen des Biosphärenreservats „brauchen wir uns nicht heiß machen.“

Quelle: www.mz-web.de