Sehr geehrter Herr Rettig, sehr geehrte Gemeinderatsmitglieder,

aus der Presse habe ich erfahren, dass die Gemeinde Südharz als einzige der fünf Gemeinden den Antrag zur UNESCO-Anerkennung nicht unterschreiben wird. Das ist natürlich bitter für die anderen vier Gemeinden, die die Chancen einer UNESCO-Anerkennung erkannt haben und für ihre Region nutzen möchten.

Die Landesregierung überlässt den Gemeinden vor Ort die Entscheidung, sprach sich aber bisher auch für die UNESCO-Anerkennung aus. Schließlich ist es nicht nur eine Auszeichnung für Land und Kommunen sondern auch für Deutschland, wenn eine internationale Organisation der Vereinten Nationen einen Landschaftstyp als Biosphärenreservat auserwählt. Derzeit gibt es nur 15 Biosphärenreservate in Gesamtdeutschland und die Karstlandschaft Südharz würde auf einer Stufe z.B. mit dem Wattenmeer, dem Spreewald oder der Schwäbischen Alb stehen. Das ist großartig, wenn man bedenkt, welche Chancen dieser Status auch für Wirtschaft, Tourismus und Bildung hat! Dass eine Region wie der Südharz nach wie vor als Kulturlandschaft wirtschaftlich genutzt wird, steht natürlich außer Zweifel (s. UNESCO-Dokumente) und so verstehe ich den Beschluss der Gemeinde Südharz nicht, hier für die Region, das Land und die Menschen die richtige Entscheidung zu treffen.

Was kann die Ursache sein? Wurde der Gemeinderat zu wenig über die Möglichkeiten, die Region in vielfältiger Weise aufzuwerten informiert? Haben sich die Verantwortlichen bei Gemeinderäten oder Bürgermeistern von Gemeinden in anderen Biosphärenreservaten schon einmal erkundigt, welche Vorteile der Status für die Kommunen und Gemeinden bringt? Wenn nur ein Gemeinderat von fünf Gemeinderäten gegen eine UNESCO-Anerkennung stimmt, so wird er wohl Gründe dafür haben. Aber sind diese Zweifel wirklich umfassend geprüft? Wurden seine Argumente schon einmal mit Gemeinderäten oder Bürgermeistern anderer Orte in Biosphärenreservaten Deutschlands besprochen?

Die großen Möglichkeiten, die eine Region mit der UNESCO-Anerkennung bekommt, sollten nicht durch eine mangelnde Information der Gemeinderatsmitglieder vertan werden.

Darum bitte ich Sie, sich und den Gemeinderat zu informieren, welche große Auszeichnung die UNESCO-Anerkennung für Deutschland, Sachsen-Anhalt und den Südharz ist. Vor allem aber welchen Nutzen sie bringt und ob Ihre Zweifel oder Gegenargumente wirklich begründet sind. Bitte fragen Sie andere Bürgermeister, z.B. aus der Rhön oder der Schwäbischen Alb, denn solch eine große Chance, den Südharz im Sinne der Vereinigten Nation so hoch aufzuwerten kommt niemals wieder und sollte nicht durch mangelnde Information von Gemeinderatsmitgliedern vertan werden. Ein gut durchdachtes internationales Zukunftskonzept mit gleichzeitiger wirtschaftlicher Nutzung der Kulturlandschaft (wie bisher) ist ein unbezahlbares Pfund, mit dem die Gemeinden beschenkt werden und sie sollten es dankbar annehmen, damit ihre Region zu den wenigen „Modellregionen von Weltrang“ gehören wird.

Mit freundlichen Grüßen

Annette Westermann

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http://www.unesco.de/deutsche_biosphaerenreservate.html

An den
Bürgermeister der Gemeinde Südharz
Herr Ralf Rettig
Wilhelmstraße 4
06536 Südharz, OT Roßla
info@rossla.de

Sehr geehrter Herr Rettig,

als jemand, der beruflich mit den Grundlagen und rechtlichen Anforderungen des Naturschutzes befasst ist, kann ich Vorbehalte gegenüber scheinbar immer restriktiveren Schutz­ver­ordnungen nachvollziehen. Geschützte Biotope, geschützte Landschaftsbestandteile, Naturparke, Landschaftsschutzgebiete, Naturschutzgebiete, FFH-Gebiete und schließlich auch noch Biosphärenreservate. Überspitzt kann man sich fragen: Wo bleibt da der Mensch?

Über die Zielsetzungen eines Biosphärenreservats „Karstlandschaft Südharz“ und die unbegründete Furcht vor Einschränkungen informieren klar und eindeutig die offenen Briefe der Vereine „Südharzer Karstlandschaft“, „Heimat- und Naturschutzverein Hainrode“ und „Förderverein des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz“ (https://pro-biores-suedharz.com/offener-brief/) und der Brief von Andreas Fritsch an Herrn Förster (https://pro-biores-suedharz.com/pro-contra/). Den Aussagen ist wenig hinzuzufügen.

Nach den Internationalen Leitlinien der UNESCO besteht eine der drei wesentlichen Funktionen eines Biosphärenreservates in der „Förderung einer wirtschaftlichen und mensch­lichen Entwicklung, die soziokulturell und ökologisch nachhaltig ist“ (http://www.bfn.de/0308_bios.html). Der Mensch, d.h. die gewachsene identitätsgebende kulturelle wie
wirtschaftliche Struktur der Region ist ein entscheidender Impulsgeber. Deshalb heißt das internationale Programm, das seit 1976 Leitlinie für die Ausweisung von weltweit 597
Biosphärenreservaten ist, „Mensch und Biosphäre“. Der Programmgedanke geht nicht gegen den Menschen bzw. sein Hab und Gut, sondern er bindet ihn ein in ein integratives Konzept zur Erhaltung und Entwicklung der naturraumtypischen Lebensräume und Wirtschaftsformen. In landschaftlich reizvollen aber relativ „strukturschwachen Räumen“ kann ein Biosphärenreservat bei den Bemühungen um eine nachhaltige Stabilisierung eine entscheidende Schlüsselrolle einnehmen.

Die UNESCO hat in Deutschland bisher 15 Biosphärenreservate anerkannt. Sie können zur Nachahmung anspornen, weil sie erfolgreich sind und weil sie von den Menschen getragen werden. Die aus der Anerkennung resultierenden Unterstützungen stärkt innovatives Handeln, wertet regionaltypische Produkte auf, steigert die Besucherattraktivität, festigt naturpädagogische Kompetenz, vermittelt Naturverbundenheit und kommt dabei schließlich dem Arten- und Biotopschutz zugute. Als positives Beispiel kann das über drei
Länder hinweg reichende Biosphärenreservat „Rhön“ gelten, das nach Anerkennung des UNESCO-Status in erheblichem Umfange davon profitiert hat.

Ich bitte Sie, sehr geehrter Herr Rettig, revidieren Sie Ihre Haltung, ergreifen Sie im Interesse Ihrer Bürger die einmalige Möglichkeit der Förderung und Aufwertung der
Südharzlandschaft.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Meineke

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www.ubs-meineke.de

An:

Dr. Hermann Onko Aeikens
Minister für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg
 

Lasst uns unser Biosphärenreservat „Karstlandschaft Südharz“!!!

Wir Zwergenranger bzw. Juniorranger des Biosphärenreservates  „Karstlandschaft Südharz“, ihre Eltern und Großeltern sind entsetzt. So wird mit unserer Natur und unserer Region umgegangen. Uns hat dabei niemand gefragt, obwohl wir auch auf den Listen für das Reservat unterschrieben haben.

Unterschrieben

für unser Biosphärenreservat,

für die Erhaltung und den Schutz unserer schönen und einzigartigen Natur,

für die vielen Projekte, die unsere Ranger Frau Rost, Herr Kühne, Herr Otto und Herr Boreschko mit uns gemacht haben,

für noch viele weitere Projekte einschließlich unseres traditionellen Sommerüberlebenscamps und unserer jährlichen Weihnachtsfeier,

für die Repräsentation unseres Biosphärenreservates bei den jährlichen Bundestreffen und

für die vielen Ideen, die noch in den Schubladen der Mitarbeiter unseres Biosphärenreservates schlummern.

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Wir wollen das Biosphärenreservat „Karstlandschaft Südharz“!!!

In den letzten 4 Jahren haben wir viel über unsere Region gelernt, sind mit unseren Rangern zu Orten gewandert, die wir so nie kennengelernt hätten. Dabei hatten wir sehr viel Spaß und haben spielend auch noch etwas  über die Natur unserer Region und den Umgang mit ihr gelernt. Vom Kindergarten bis in die Schule begleiten uns die Mitarbeiter des Biosphärenreservates nun schon. Wir haben Aufgaben gelöst und Stempel gesammelt um Zwergenranger und später Juniorranger zu werden. Jedes Jahr durfte sogar eine kleine Gruppe unserer Kinder zum Bundestreffen der Juniorranger fahren. Mit unseren Rangern erzählten wir dann Kindern aus anderen Biosphärenreservaten, was unsere Region so einzigartig macht. Vielleicht haben wir damit auch Menschen aus anderen Teilen Deutschlands auf unsere Region und ihre Besonderheiten aufmerksam gemacht. Wir sind stolz darauf, schon so viel geschafft zu haben und so viel mit unseren Ranger erlebt zu haben.

Wir sind stolz auf unser Biosphärenreservat „Karstlandschaft Südharz“!!!

Unser Bürgermeister und die meisten seiner Gemeinderatsmitglieder haben sich gegen das Biosphärenreservat ausgesprochen ohne sich im Einzelnen beim Biosphärenreservat zu informieren und unhaltbare Kompromisse angestrebt, um wirtschaftliche Nachteile zu verhindern, die es nachweislich nicht gibt. Hatten die monatelangen Verhandlungen nur das Ziel, das UNESCO-Biosphärenreservat zu verhindern und die Einrichtung abzuschaffen? Unsere Bürgervertreter haben über unsere Köpfe hinweg entschieden,  dass es das, was uns wichtig ist – das Biosphärenreservat „Karstlandschaft Südharz“ – in unserer Zukunft nicht mehr geben soll. Dabei haben sie noch nicht einmal unsere Unterschriften akzeptiert, die wir Juniorranger, unsere Eltern und viele andere Befürworter des Reservates abgegeben haben. Auch haben sie den Leuten das Wort verboten, die unsere Meinung vertreten wollten. Leben wir nicht in einem Land der freien Meinungsäußerung? Wahrscheinlich gilt das für die Gemeinde Südharz nicht. Oder haben der Bürgermeister und seine Ratsmitglieder etwas zu verbergen? Warum konnte Herr Rettig keine bisher bestehenden Nachteile für die Wirtschaft konkret nennen? Gemeinderatsmitglieder, die die letzten 4 Jahre für ihre Dörfer in der Öffentlichkeit geworben haben, taten dies mit der Erwähnung und offenkundlichen Befürwortung der Biosphärenreservates. Nun haben sie, aus welchen Gründen auch immer, dagegen gestimmt.

Wie fair, ehrlich und demokratisch ist das?

Sollen unsere Kinder von solchen Menschen lernen und sie zum Vorbild nehmen?

Nein, das sollen sie nicht!

Wir verwehren uns dagegen. Gegen einen Gemeinderat, der gegen seine Bürger Entscheidungen trifft. Wir wollen die Anerkennung unseres Biosphärenreservates „Karstlandschaft Südharz“ als UNESCO-Welterbe!

 

Wir wollen eine Zukunft mit dem Biosphärenreservat!

Wie heißt es doch immer so schön: Die Kinder sind die Zukunft eines Landes!

Sind sie das für Sie als Entscheidungsträger, als Regierung unseres Bundeslandes?

Wir leben mit unseren Eltern und Großeltern in Sachsen-Anhalt im und am Rande unseres Biosphärenreservates mit dem Reservat. Und das tun wir schon 4 Jahre lang. Wir durften es durch unser Interesse und unsere Projekte sogar ein Stück weit mit lebendiger machen und gestalten.

Wir möchten unser Biosphärenreservat behalten, denn wir sind stolz darauf ein Teil davon zu sein. Denn so ein Biosphärenreservat hat nicht jeder!

Unsere Region ohne die Institution Biosphärenreservat „Karstlandschaft Südharz“ wird aus unserer Sicht eine traurige Region. Was soll aus unserer Kulturlandschaft werden, den vielen gefährdeten Landschaftstypen mit ihren seltenen Pflanzen und Tieren? Wer schützt diese dann? Diese Aufgabe hatte sich das Biosphärenreservat gestellt und diese auch in unseren Augen sehr gut bis jetzt gemeistert. Manchmal durften die Kinder auch dabei helfen. Und darauf sind sie besonders stolz.

Wenn es hier in Zukunft Niemanden mehr geben soll, der auf diese einzigartige Natur aufpasst, werden z.B. Wanderwege und andere Kulturgüter nicht mehr gepflegt. Diese alten Wege werden in Vergessenheit geraten. Und unsere Kinder werden mehr und mehr vergessen, dass es wichtig ist, unsere Natur und damit unsere Heimat zu schützen, wie man das tut und wie man andere auch darauf aufmerksam macht. Schlimmer noch. Was ist mit den Kindern, die dann nie mit dem Biosphärenreservat auf Entdeckungsreise gehen können? Sollen das dann die Schulen übernehmen, die sowieso schon zu wenig Stunden für den Grundstoff haben? Eine traurige Zukunft wird das für unsere Kinder werden!

APELL!

Wir bitten Sie als Landesregierung sich Gedanken zu machen, wie Sie unsere Zukunft gestalten wollen.

Einseitige politische Ausrichtung auf Profit und Wirtschaft?

Oder ausgeglichen, mit der Möglichkeit nach stressigen Kindergartentagen, Schultagen oder getaner Arbeit auch mal zur Ruhe zu kommen in einer geschützten und gut behüteten Naturlandschaft, auf die wir stolz sein dürfen und die wir Dank der Mitarbeiter des Biosphärenreservates „Karstlandschaft Südharz“ kennen und schätzen lernen können.

80% der Gemeinden in unserer Region stehen mit uns für das Biosphärenreservates. Die Politik, viele Betriebe, Selbständige und einzelne Menschen stehen hinter dem Biosphärenreservat und haben sich öffentlich oder auf den Seiten des Aktionsbündnisses Pro Biosphärenreservat dazu bekannt.

Zählen diese Stimmen für Sie, oder nicht?

Sind wirklich die Stimmen der Gemeinde Südharz (20%) ausschlaggebend für diese Entscheidung?

Wir hoffen nicht, denn dann würden wir den Glauben an die Demokratie, an die Gerechtigkeit und an unsere Landesregierung verlieren.

Lassen Sie das nicht geschehen!

Sagen Sie auch Ja zu unserem Biosphärenreservat „Karstlandschaft Südharz“!

Geben Sie uns eine Zukunft mit Perspektive!

Bitte stellen Sie den Antrag auf Anerkennung unseres Biosphärenreservates „Karstlandschaft Südharz“ als UNESCO-Weltkulturerbe, um uns und unsere Region zu stärken und zu unterstützen!

07.03.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Karstlandschaft Südharz

Befürworter des Biosphärenreservats fordern zum Protest auf

07.03.2013 17:28 Uhr | Aktualisiert 07.03.2013 17:44 UhrBiosphärenreservat «Karstlandschaft Südharz».  (Bild: MZ-Grafik).

Von Helga Koch
Der Rat der Gemeinde Südharz hatte es abgelehnt hat, einen Antrag bei der Unesco auf Anerkennung der Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz zu stellen. Jetzt ruft der Verein „Zukunft im Südharz“ die Befürworter eines Reservats dazu auf, Kommentare und Proteste an Südharz-Bürgermeister Ralf Rettig (CDU) sowie ans Landes-Ministerium zu schicken.
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SÜDHARZ/MZ. Der Streit über den möglichen Antrag Sachsen-Anhalts auf Anerkennung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz durch die Unesco ist offensichtlich längst nicht vom Tisch. Denn obwohl der Südharz-Gemeinderat in der vorigen Woche mit deutlicher Mehrheit den Antrag abgelehnt hat, halten die Befürworter der Unesco-Anerkennung an ihrem Ziel fest. Der Verein „Zukunft im Südharzhat jetzt „alle Unterstützer, Bündnispartner und Wirtschaftsbetriebe“ aufgerufen, Kommentare und Proteste an Südharz-Bürgermeister Ralf Rettig (CDU) und ans Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt zu schicken. Die Zahl der Unterschriften, die der Förderverein des Reservats gesammelt hat, ist auf 5 957 gestiegen; gesammelt wird auf Listen und im Internet.

Bürgermeister erwartet Reaktion

Die Hoffnung, dass das letzte Wort eben doch noch nicht gesprochen worden sein könnte, hat Rettig selbst genährt. Überraschend hatte er nach der Entscheidung seines Gemeinderates in einem Interview geäußert: „Die Möglichkeit bestünde, und das liegt jetzt am Land oder am Umweltministerium, doch noch eine belastbare Vereinbarung eventuell in den nächsten Monaten mit dem gleichen Nenner, das heißt Ministerium und Gemeinde, hinzubekommen.“

Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) hatte zunächst enttäuscht auf die klare Ablehnung aus der Gemeinde reagiert. Schließlich hatte er über Monate hinweg durch Anwälte mit dem Anwalt der Gemeinde ein solche Vereinbarung auszuhandeln versucht. Und dabei Zugeständnisse angeboten, wie es sie gegenüber anderen Kommunen bisher nie gegeben hatte, wie er selbst in einer öffentlichen Gesprächsrunde in Roßla einräumte. Im Ministerium, hieß es deshalb noch vor kurzem, habe man über die beharrliche Geduld Aeikens’ gestaunt. Aber damit war es nach dem Nein aus dem Südharz dann wohl auch beim Minister schlagartig vorbei, denn er ließ erst mal alle öffentlichen Veranstaltungen des Reservats absagen.
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„Etwas gelähmt gefühlt“

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Doch trotzdem, sagt Reservatsleiter Holger Piegert, „läuft der Betrieb bei uns normal weiter. Wir arbeiten jetzt seit elf Jahren hier. Es ist nicht so, dass wir morgen die Türen zuschließen werden.“ Er räumt jedoch ein, dass sich ein Teil der 30 Mitarbeiter erst mal etwas gelähmt gefühlt habe. Nun warte man, welche Entscheidungen in Magdeburg fallen. Doch dort erhitzt das Biosphärenreservat durchaus die Gemüter, freilich vorerst hinter den Kulissen. Das Thema, heißt es inoffiziell, werde in den unterschiedlichsten Gremien „heftig diskutiert“. Der Minister hat übrigens sein Versprechen gehalten. Er hat für Donnerstagnachmittag Privatwaldbesitzer zum Gespräch ins Ministerium eingeladen, sagte Pressesprecher Detlef Thiel auf Anfrage der MZ.                                                           

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Quelle: www.mz-web.de

Letzte Chance für das Biosphärenreservat!

Mit deutlicher Mehrheit wurde in der Ratssitzung der Gemeinde Südharz am 27.02.2013 die Unterzeichnung des Antrags zur UNESCO-Anerkennung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz abgelehnt. Als Grund werden befürchtete Einschränkungen der Wirtschaft in einem Biosphärenreservat angegeben.

Es heißt, ohne die Zustimmung der Gemeinde Südharz wird die Landesregierung den Antrag auf UNESCO-Anerkennung nicht einreichen.

Fünf Gemeinden haben Anteil am Biosphärenreservat. Vier Gemeinden (= 80%) haben den Antrag zur UNESCO-Anerkennung bereits unterschrieben. Ist es demokratisch zu verantworten, dass die Entscheidung der Gemeinde Südharz maßgeblich für das weitere Bestehen des Biosphärenreservats im Südharz ist?

Wir bitten alle Unterstützer, Bündnispartner und Wirtschaftsbetriebe, den letztendlichen Entscheidungsträgern in diesem Verfahren zu signalisieren:

Wir wollen es, das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz!

Richten Sie bitte Ihre Kommentare und/oder Proteste an den

Bürgermeister der Gemeinde Südharz

Herr Ralf Rettig

Wilhelmstraße 4

06536 Südharz, OT Roßla

info@rossla.de

und als Kopie an das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt.

Dr. Hermann Onko Aeikens

Minister für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt

Leipziger Straße 58

39112 Magdeburg

PR@mlu.sachsen-anhalt.de

Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt
des Landes Sachsen – Anhalt
Minister Dr. Hermann Onko Aeikens
Pressestelle
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg                                                              Aschersleben, 4.3.2013

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Hermann Onko Aeikens,

mit diesem Schreiben möchte ich Ihnen meine Meinung zur ablehnenden Haltung der Gemeinde Südharz gegenüber der UNESCO – Anerkennung des Biosphärenreservates „Karstlandschaft Südharz“ mitteilen. Ich hoffe, dass ich mit meinem Standpunkt viele unausgesprochene Worte aus der Gemeinde Südharz einfangen konnte.
Es ist schade, dass sich die Entscheidungsträger der Gemeinde Südharz ihrer Naturschätze vor der Haustür nicht bewusst sind. Ich bin in Rottleberode aufgewachsen und beobachte mit Sorge, wie sich einige Personen über Köpfe hinweg entscheiden, Meinungen manipulieren, Fehlinformationen verbreiten. Jahrelang wurde so unter der Südharzer Bevölkerung besonders in Rottleberode ein Feindbild gegenüber dem Biosphärenreservat aufgebaut. Mit Erfolg, wie es scheint. Sogar Kindertagesstätten wird die Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat verwehrt. Wo bleibt da die Achtung vor der Natur und folglich seinem Mitmenschen gegenüber?
Erschreckend, dass viele Bürger im Südharz unwissend darüber sind, wo die „Reise“ hingehen soll. Mit der Parole „Wirtschaft geht vor“ wird immer das gleiche unhaltbare Argument angebracht. Das ist beschämend für die Region Südharz und nicht gerade förderlich für ihre Entwicklung in vielseitiger Hinsicht. Wo bleibt der Sinn und Verstand jedes einzelnen Individuums, sich in Zeiten vielseitiger Medienpräsenz über die Funktion und Bedeutung eines Biosphärenreservates zu informieren, statt lauthals dagegen zu wettern?
Wie kann solch eine schwerwiegende Entscheidung, wie eine weltweite Anerkennung, die auch das Gemeinwohl über regionale Grenzen hinaus betrifft, in die Hände einer wenigen, zu einseitig denkenden Personen gelegt werden? Der Bürgermeister der Gemeinde Südharz und sein treues Gefolge zeigen ja offensichtlich, was sie von einer UNESCO – Anerkennung halten. Hauptsache die Holzverarbeitung boomt in Rottleberode. Was hat das aber mit einer Gemeinde zu tun, wenn nicht alle Interessen in der Entwicklungsplanung berücksichtigt werden? Dass der Südharz vorrangig, wegen seiner einzigartigen Naturraumausstattung, zum Gebiet für die Entwicklung von Tourismus und Erholung ausgewiesen ist, wird dabei kaum berücksichtigt.
Das der Tourismus im Südharz nicht richtig in Fahrt kommt, ist kein Wunder, so wie an allen Stricken gezogen wird, um das zu verhindern. Zahlreiche Unternehmen im Südharz verdienen ihr Ein-kommen in der Tourismusbranche. Nicht um sonst haben sich viele regionale Unternehmen, die vom Tourismus leben, sich dem Aktionsbündnis „Rettet das Biosphärenreservat“ angeschlossen. Sie hoffen, mit dem UNESCO-Titel ihre Angebotspalette besser vermarkten und erweitern zu können. Die Förderung des Tourismus im Südharz steigert doch ebenfalls die Wertschöpfung der Region.
Die Gemeinderäte, als Vertreter vielseitiger Interessengruppen, müssen dazu aufgerufen werden, den Irrglauben zu entrinnen, dass ein Biosphärenreservat als Wirtschaftsbremse darstellt. In den zurückliegenden Jahren konnte sich die holzverarbeitende Industrie im Südharz doch sehr gut etablieren und beabsichtigt zu expandieren. Da steckt auch eine starke Interessenvertretung dahinter. Auf Grundlage des Rahmenkonzeptes des Biosphärenreservates ließe sich ein tragfähiges zukunftsweisendes Konzept entwickeln, das hilft, die Interessen touristischer Akteure im Südharz und angrenzender Destinationen stärker zu bündeln.
Damit weiterhin eine blühende, wirtschaftlich gut da stehende Natur- und Kulturlandschaft im Südharz Bestand haben soll, müssen die wenigen guten Chancen, die sich für die gesamte Gemeinde Südharz ergeben, genutzt werden. Was können wir sonst voller Stolz unseren Kindern als zukunftweisendes Erbe hinterlassen, außer Fabrikruinen, leerstehende Häuser….?
Ich bitte Sie, das Biosphärenreservat „Karstlandschaft Südharz“ nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Diese einzigartige Natur- und Kulturlandschaft hat, trotz der ablehnenden Haltung verblendeter Gemeinderäte, seine Daseinsberechtigung verdient.

Mit freundlichen Grüßen
Silvana Dirnberger

01.03.2013 – Thueringer-Allgemeine

Gipswerke KG Rottleberode enttäuscht von Gemeinderat Südharz

Biosphärenreservat Südharz. Nach dem Beschluss des Gemeindesrats, soll kein Antrag auf Anerkennung nach UNESCO-Kriterien gestellt werden. Foto: TABiosphärenreservat Südharz. Nach dem Beschluss des Gemeindesrats, soll kein Antrag auf Anerkennung nach UNESCO-Kriterien gestellt werden. Foto: TA

Rottleberode. Der Gemeinderatbeschluss sich gegen einen Antrag zur Anerkennung des Biosphärenreservates nach UNESCO-Kriterien zu entscheiden, sorgt bei den Gipswerken für Enttäuschung.
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Der Gemeinderat Südharz hat sich am Mittwochabend (27. Februar) gegen die Beantragung des Biosphärenreservates Karstlandschaft nach UNESCO – Kriterien entschieden. Damit ist eine Anerkennung des Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz nach UNESCO – Kriterien nicht möglich. 

Weiter hat der Gemeinderat auch über eine Vereinbarung mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt (MLU) abgestimmt, die von einem Juristen im Auftrag der Gemeinde entwickelt wurde. Diese Vereinbarung hätte den Status Quo für die wirtschaftliche Weiterentwicklulng der Gemeinde im Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz auf Dauer justiziabel gesichert. Auch diese Vereinbarung wurde vom Gemeinderat abgelehnt. 

Zu einem Zeitpunkt, zu dem eine Zustimmung des Gemeinderats auf der Grundlage einer verpflichtenden Vereinbarung seitens des MLU noch möglich schien, haben Herr Dr. Ritter von Kempski, die Knauf Deutsche Gipswerke KG und die IHK in Zusammenarbeit mit mehreren erfahrenen Verwaltungsjuristen einen aus ihrer Sicht vermittelbaren Kompromiss erarbeitet. 

Dieser Text sollte die maximal mögliche Verpflichtung des MLU zur Sicherung des Status Quo sowie des wirtschaftlichen Entwicklungspotentials beinhalten und vom MLU unterzeichenbar bleiben. Aus Sicht der Initiatoren und der Juristen wurde dieses Ziel erreicht, einschließlich der Zustimmung des Ministeriums. Dieser kurzfristig eingebrachte Vorschlag fand beim Gemeinderat aus Sicht der Unterzeichner keine ausreichende Würdigung. Es bleibt unklar, ob den Gemeinderäten überhaupt die grundsätzliche Existenz dieses Vorschlages der drei Initiatoren bekannt war. 

Zusammenfassend war dieses konstruktiv zu verstehende Engagement von vorhinein chancenlos, da der Gemeinderat sich – ob mit oder ohne verpflichtender Vereinbarung seitens des Ministeriums – prinzipiell gegen ein BioRes ausgesprochen habten, wie die Abstimmung erweist. Gleichwohl war der Gemeinderatsbeschluss demokratisch legitimiert und ist zu als solcher zu akzeptieren. 

01.03.13 / TA
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Pressemitteilung: CDU – André Schröder

Keine Gewinner

Schröder: Werde für neue Perspektive in der Wirtschafts- und Regionalentwicklung kämpfen

Der Sangerhäuser CDU-Landtagsabgeordnete André Schröder erklärt zur Entscheidung des Gemeinderates Südharz gegen die Entwicklung eines Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz:

„Als Landtagsabgeordneter habe ich die Entscheidung des zuständigen Gemeinderates zu akzeptieren, wenngleich sich der Rahmen für eine gute Wirtschafts- und Regionalentwicklung dadurch verschlechtert. Ich erkenne in dem Gemeinderatsbeschluss keine neuen Perspektiven. 

Wie angekündigt wird das Land jetzt reagieren und keinen Antrag auf Anerkennung bei der UNESCO stellen. Die ausgehandelten Zusagen aus einer Vereinbarung zwischen Gemeinde und Ministerium sind nichtig. Bestimmte Förderwünsche aus EU-Töpfen lassen sich künftig nicht mehr mit dem Biosphärenreservat bergründen. 

Kabinett und Landtag werden sich mit der neuen Situation befassen. Auch die örtliche Verwaltung in Rossla mit 30 Mitarbeitern und ihre bisherigen Serviceleistungen kommen jetzt auf den Prüfstand. Die naturschutzrechtlichen Auflagen, die zu den Vorbehalten beigetragen hatten, bleiben aufgrund der bereits bestehenden Naturschutzgebiete hingegen erhalten. 

Unter dem Strich kennt die Entscheidung keinen Gewinner. Im Interesse meiner Heimat und meines Wahlkreises werde ich mich jedoch trotz verschlechterter Rahmenlage weiter für eine gute Wirtschafts- und Regionalentwicklung einsetzen. Neue Ideen sind jetzt gefragt.“

Sangerhausen, 28.02.2013

CDU-Wahlkreisbüro Sangerhausen

Markt 7. 06526 Sangerhausen Tel.: 03464 / 27 96 69  Fax: 03464 / 27 96 63

info@cdu-schroeder.de, www.cdu-schroeder.de

Pressemitteilung: Industrie- und Handelskammer Halle – Dessau

IHK begrüßt Entscheidung des Gemeinderates Südharz

Sangerhausen, 28. Februar 2013. Die Industrie- und Handelskammer
Halle-Dessau (IHK) begrüßt die gestrige Ablehnung eines Vergleichs mit
dem Landesumweltministerium zum Biosphärenreservat durch den Ge-
meinderat der Gemeinde Südharz. „Die Gemeinderäte und vor allem Bür-
germeister Ralf Rettig haben damit erneut das konkrete wirtschaftliche
Entwicklungspotenzial vor allem im Gewerbegebiet Rottleberode mit sei-
nen schon heute mehr als 300 Beschäftigten höher bewertet als die vage
Hoffnung auf ein Mehr an Touristen durch ein UNESCO-Biospähren-
reservat“, so IHK-Geschäftsführer Reinhard Schröter.

Diese demokratische Entscheidung der Kommune sei vor allem ange-
sichts der seit langem vor Ort geführten sehr emotionalen Diskussionen
zwischen Gegnern und Befürwortern des Biosphärenreservats konse-
quent und werde durch die IHK unterstützt. Die IHK-Vollversammlung hatte bereits Ende 2010 nach Abwägung möglicher Vor- und Nachteile für
die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung in der Region die Einrichtung
eines Biosphärenreservats abgelehnt.

Ohne die Zustimmung der Gemeinde Südharz werde nach gegenwärti-
gem Stand kein Antrag seitens des Landes auf Anerkennung bei der
UNESCO gestellt. „Das gesamte Projekt Biosphärenreservat im Südharz
steht somit zur Disposition“, betont Schröter. Die Gemeinde Südharz hatte
gegen das vom Land Sachsen-Anhalt per Allgemeinverfügung festgelegte
Biosphärenreservat, von dem mehr als Hälfte der Fläche die Gemeinde
betreffen, vor dem Verwaltungsgericht geklagt. Im Laufe des Verfahrens
war der nunmehr gescheiterte Versuch eines Vergleichs zwischen Um-
weltministerium und Gemeinde vereinbart worden.

01.03.2013 – 08:30 Uhr | IHK Halle-Dessau

Quelle: u.a. www.newsropa.de

Pressemitteilung: DIE LINKE

Fraktion DIE LINKE: Biosphärenreservat Südharz ohne Quertreiber beginnen

Mit dem auch über ein Angebot zur Herauslösung von potenziellen gewerblichen Entwicklungsflächen anhaltenden Boykott der Gemeinde Südharz bezüglich des  Biosphärenreservates Südharz hat die Gemeinde den Bogen überspannt. Mehr als 10 Jahre habe man dieser Quertreiberei gutwillig beikommen wollen, resümieren die seit Jahren in der Fraktion DIE LINKE mit diesem Vorhaben vertrauten Abgeordneten Andre Lüderitz und Dr. Uwe-Volkmar Köck.  Sie regen Folgendes an:

1. Die Landesregierung möge folgende Möglichkeiten prüfen:

  • Errichtung des Biosphärenreservates ohne die Randgemeinde mit der Option eines späteren Beitritts;
  • Fortdauer der positiven Ratsbeschlüsse der Stadt Stolberg über die Zwangszuordnung hinaus;
  • Einbeziehung von Teilen des Gemeindegebietes, die zur Abrundung des Biosphärenreservates unerlässlich erscheinen;
  • Beanstandung des Beschlusses der Gemeinde durch die Kommunalaufsicht wegen schwerer Abwägungsmängel  bezüglich der Interessen der Nachbargemeinden und des Allgemeinwohls.

2. Die Mitglieder des Aktionsbündnisses Pro Biosphärenreservat sollten über öffentlichkeitswirksame und nachhaltige Protestmöglichkeiten nachdenken.

Sollte Umweltminister Dr. Aikens jetzt das Projekt abblasen, hätte das gravierende Folgen. Wozu noch bürgerschaftliches Engagement und persönlicher Einsatz für die Gemeinschaft? Mit Egoismus kommt man eher an sein Ziel…

Ein prosperierender Tourismus rund um den Questenberg wäre die beste Antwort.  

Magdeburg, 28. Februar 2013

Quelle: www.dielinke-fraktion-lsa.de

Pressemitteilung: SPD – Nadine Hampel

Ratsentscheidung schadet der gesamten Region

Zur heutigen Entscheidung des Rates der Einheitsgemeinde Südharz äußert sich die SPD-Landtagsabgeordnete Nadine Hampel von einer Dienstreise aus Mazedonien.

„Die heutige Entscheidung wird unserer Region nachhaltig schaden. Mit viel Engagement haben die Landesregierung und die Koalitionsfraktionen im Landtag sich um eine Anerkennung des Biosphärenreservats Südharz bei der UNESCO bemüht. Mit dem von der Landesregierung vorgeschlagenen Kompromiss für nachhaltige Wirtschaft und Tourismus wäre Allen geholfen. Leider wurde dieses Angebot ausgeschlagen und somit eine einmalige Chance für unsere strukturschwache Region begraben. Die Verantwortung hierfür trägt zuallererst Bürgermeister Rettig. Die Entscheidung gegen den Kompromiss und das Biosphärenreservat wird ein Bumerang für eine ganze Region. Die Zeche zahlen die Generationen nach Rettig!“

Sangerhausen, den 28.02.2013.2013

Quelle: www.nadine-hampel.de

Pressemitteilung: SPD – Ralf Bergmann

SPD hält am Ziel der UNESCO-Anerkennung für das Biosphärenreservat “Karstlandschaft Südharz” fest

Der umweltpolitische Sprecher der SPD Landtagsfraktion Ralf Bergmann, zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung der Gemeinde Südharz, das Biosphärenreservat abzulehnen.

Die SPD-Landtagsfraktion wird sich in Kürze mit der Situation beschäftigen.

Feststeht: „Wir halten an dem Ziel fest, zu einer Anerkennung des Biosphärenreservates zu kommen“, so Bergmann.

Magdeburg, 28. Februar 2013 

Quelle: www.spd-lsa.de

TV-Beiträge vom Februar 2013

Gemeinde stellt sich quer

UNESCO-Biosphärenreservat Südharz gescheitert

http://www.jumplive.de/sachsen-anhalt/biosphaerenreservat-suedharz104_zc-a2551f81_zs-ae30b3e4.html

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Gemeinde Südharz gegen Unesco-Reservat

http://www.ardmediathek.de/mdr-s-anhalt/sachsen-anhalt-heute/gemeinde-suedharz-gegen-unesco-reservat?documentId=13568076

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Länder Eins30

http://www.ardmediathek.de/mdr-fernsehen/laender-eins30/laender-eins30?documentId=13554894

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01.03.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

WELTNATURERBE NICHT GEWOLLT

01.03.2013 11:39 Uhr
 
VON HELGA KOCH
Der Südharz-Gemeinderat lehnt den Antrag des Landes an die Unesco auf Anerkennung der Karstlandschaft ab. Die Reaktionen fallen verschieden aus. Betroffene Gesichter bei den wenigen Befürwortern im Gemeinderat. Enttäuschung bei all denen, die noch mit einem winzigen Fünkchen in die Ratssitzung gekommen waren
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ROSSLA/MZ. Am Mittwoch, kurz vor 19 Uhr, ist die Hoffnung gestorben. Das Land Sachsen-Anhalt wird keinen Antrag auf Anerkennung der Karstlandschaft Südharz als Weltnaturerbe bei der Unesco stellen (die MZ berichtete), so haben es die Südharz-Gemeinderäte mit großer Mehrheit beschlossen.

Hatte der Aufbau des Biosphärenreservats alles in allem 20 Jahre gedauert, fiel nun die politische Entscheidung binnen weniger Minuten. Denn die Argumente für oder wider das Reservat waren über Jahre ausgetauscht worden.

Bürgermeister Ralf Rettig (CDU) hatte die Zustimmung der Gemeinde davon abhängig gemacht, ob eine „belastbare Vereinbarung“ mit dem Umweltministerium des Landes zustande komme. Damit sollte, wie der Anwalt der Gemeinde betonte, eine notfalls auch gerichtlich einklagbare Sicherheit festgeschrieben werden: Durch das Reservat sollte es keine Verschlechterungen für die Gemeinde geben. Dabei sei man, wie Rettig sagte, „fast auf einen Nenner gekommen.“ Aber das Ministerium habe keine verbindliche Zusage geben können, dass ein Biosphärenreservat keine Einschränkungen bedeuten würde, und das sei der wichtigste Punkt gewesen. Rettig: „Wir haben wirklich drum gekämpft. Das Ministerium war nicht bereit, uns entgegenzukommen.“

Da nützte es auch nichts, dass Rolf Kutzleb, Gemeinderat aus Hainrode, aufzählte, was beispielsweise in seinem Heimatort alles gemeinsam mit dem Biosphärenreservat aufgebaut wurde und geleistet wird: Betreuung im Schullandheim, Schaffung des Dorfladens und der Sitzplätze, Pflege der Wanderwege und der Streuobstwiese, Neuanpflanzungen, Vermarktung regionaler Produkte, Gestaltung von Broschüren, Unterstützung bei deutschland- und europaweiten Wettbewerben – belohnt mit dem Europäischen Dorferneuerungspreis 2012.

Doch Kutzlebs Antrag, noch mal an den Verhandlungstisch zurückzukehren, scheiterte. Rettig bat die Gemeinderäte förmlich darum, die seit Juni des Vorjahres erarbeitete Vereinbarung mit dem Ministerium abzulehnen. Was mit ebenso großer Mehrheit passierte, wie postwendend der Unesco-Antrag durchfiel.

Betroffene Gesichter bei den wenigen Befürwortern im Gemeinderat. Enttäuschung bei all denen, die noch mit einem winzigen Fünkchen in die Ratssitzung gekommen waren und die vom „Aktionsbündnis Pro Biosphärenreservat“ gesammelten 5 196 Unterschriften übergeben hatten. Gelassenheit hingegen bei jenen, die gegen das Reservat stimmten oder diese Entscheidung erhofft hatten.

Sehr unterschiedlich fielen gestern die öffentlichen Reaktionen aus. Einzig die Industrie- und Handelskammer Halle begrüßte das Votum aus dem Südharz. Geschäftsführer Reinhard Schröter lobte, das wirtschaftliche Entwicklungspotenzial sei höher bewertet worden als „die vage Hoffnung auf ein Mehr an Touristen“.

Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU), der vor zwei Wochen selbst noch mal in Roßla für den Welterbestatus geworben hatte, reagierte enttäuscht: „Die Chance, die jahrzehntelange, erfolgreiche Entwicklung des Biosphärenreservats mit der Unesco-Anerkennung zu krönen, ist durch die Gemeindevertreter um Bürgermeister Rettig vertan.“ Das Ministerium sei bis über die Schmerzgrenze hinaus zu Kompromissen bereit gewesen. „Rettig blockierte am Ende jeden Kompromiss.“ Es sei fraglich, ob nun das Biosphärenreservat in nationaler Anerkennung weiter existieren könne. „Über die Konsequenzen werden wir im Kabinett reden.“

Der Sangerhäuser CDU-Landtagsabgeordnete André Schröder erklärte, die Entscheidung des Gemeinderates zu akzeptieren. Doch sei er sicher, dass sich durch den Beschluss „der Rahmen für die gute Wirtschafts- und Regionalentwicklung verschlechtert“ und „keine neuen Perspektiven“ entstünden. Enttäuscht äußerte sich die SPD-Landtagsabgeordnete Nadine Hampel aus Riethnordhausen. Eine für die strukturschwache Region einmalige Chance sei ausgeschlagen worden, wofür Bürgermeister Rettig zu allererst verantwortlich sei: „Die Zeche zahlen die Generationen nach Rettig!“

Quelle: www.mz-web.de

Weitere Zeitungsartikel

28.02.2013 – Die Welt:

Nein des Gemeinderates Südharz zum UNESCO-Antrag

http://www.welt.de/newsticker/news3/sa/article114006716/Nein-des-Gemeinderates-Suedharz-zum-UNESCO-Antrag.html

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28.02.2013 – Das Businessportal für den Mittelstand:

Umweltminister und Grüne enttäuscht – IHK begrüßt Votum

http://www.b2b-deutschland.de/Magdeburg/region/detail_dapd_3620540760.php

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28.02.2013 – Volksstimme:

Unesco-Biosphärenreservat Südharz ist gescheitert

http://www.volksstimme.de/mobile_website/sachsen_anhalt_kurzmeldungen_mobil/1030847_Unesco-Biosphaerenreservat-Suedharz-ist-gescheitert.html

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28.02.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Unesco-Biosphärenreservat Südharz ist gescheitert

28.02.2013 13:40 Uhr
 
Die Pläne für ein Unesco-Biosphärenreservat im Südharz sind vorerst gescheitert. Am Mittwoch habe der Gemeinderat Südharz …

Magdeburg. Die Pläne für ein Unesco-Biosphärenreservat im Südharz sind vorerst gescheitert. Am Mittwoch habe der Gemeinderat Südharz den Antrag auf die Anerkennung durch die Unesco abgelehnt, teilte das Umweltministerium am Donnerstag in Magdeburg mit. Der Landesumweltminister Hermann Onko Aeikens bedauerte die Entscheidung. «Wir haben deutlich gesagt: Ein Unesco-Biosphärenreservat bringt die Region voran», sagte er am Donnerstag in Magdeburg. Wirtschaft und Anwohner wären durch das Reservat nicht eingeschränkt worden. Das Land bemüht sich bereits seit mehreren Jahrzehnten um die Karstlandschaft im Südharz. In Sachsen-Anhalt ist bereits die Mittelelbe Teil eines Unesco-Biosphärenreservats. (dpa/sa)

Quelle: www.mz-web.de

28.02.2013 – Neue Nordhäuser Zeitung

AUS FÜR DAS RESERVAT?

Donnerstag, 28. Februar 2013, 17:33 Uhr

Der Gemeinderat Südharz hat sich am Mittwochabend gegen die Beantragung des Biosphärenreservates Karstlandschaft nach UNESCO – Kriterien entschieden. Damit ist eine Anerkennung des Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz nach UNESCO – Kriterien nicht möglich…Weiter hat der Gemeinderat auch über eine Vereinbarung mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt (MLU) in Magdeburg abgestimmt, die von einem Juristen im Auftrag der Gemeinde entwickelt wurde. Diese Vereinbarung hätte den Status Quo für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Gemeinde im Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz auf Dauer justiziabel gesichert. Auch diese Vereinbarung wurde vom Gemeinderat abgelehnt.

Zu einem Zeitpunkt, zu dem eine Zustimmung des Gemeinderats auf der Grundlage einer verpflichtenden Vereinbarung seitens des MLU noch möglich schien, haben Dr. Ritter von Kempski, die Knauf Deutsche Gipswerke KG und die IHK Halle-Dessau in Zusammenarbeit mit mehreren erfahrenen Verwaltungsjuristen einen aus ihrer Sicht vermittelbaren Kompromiss erarbeitet.

Dieser Text sollte die maximal mögliche Verpflichtung des MLU zur Sicherung des Status Quo sowie des wirtschaftlichen Entwicklungspotentials beinhalten und vom Ministeriums unterzeichenbar bleiben. Aus Sicht der Initiatoren und der Juristen wurde dieses Ziel erreicht, einschließlich der Zustimmung des Ministeriums.

Dieser kurzfristig eingebrachte Vorschlag fand beim Gemeinderat aus Sicht der Unterzeichner keine ausreichende Würdigung. Zusammenfassend war dieses konstruktiv zu verstehende Engagement von vorhinein chancenlos, da der Gemeinderat sich – ob mit oder ohne verpflichtender Vereinbarung seitens des Ministeriums – prinzipiell gegen ein Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz ausgesprochen hat, wie die Abstimmung erweist.

Gleichwohl war der Gemeinderatsbeschluss demokratisch legitimiert und ist zu als solcher zu akzeptieren

Quelle: www.nnz-online.de

Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt – Pressemitteilung Nr.: 027/2013

Magdeburg, den 28. Februar 2013

Biosphärenreservat Südharz
Aeikens bedauert Nein von Gemeindevertretern zum UNESCO-Antrag

Magdeburg. Sachsens-Anhalts Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens zeigt sich ent-täuscht über die Entscheidung der Gemeinde Südharz gegen die Einrichtung eines UNESCO-Biosphärenreservates Südharz. Aeikens sagte heute in Magdeburg, dass der Antrag an das deutsche MAB-Komitee ohne Unterschrift des Vertreters der Gemeinde Südharz von der UNESCO nicht akzeptiert wird. Aeikens: „Es ist fraglich, ob angesichts dieser Entscheidung das Biosphärenreservat in nationaler Anerkennung weiter existieren kann. Mit dem Nein von Mittwoch abend hat die Gemeinde gezeigt, dass sie ein Biosphärenreservat nicht will. Die Entscheider vor Ort wissen, dass dies nicht ohne Konsequenzen bleiben kann. Über diese Konsequenzen werden wir im Kabinett reden.“

Aeikens sagte, es sei ihm unverständlich, warum die Gemeinde sich diese Chance der Auf-wertung der Region entgehen lasse. Der Minister: „Wir haben deutlich gesagt: Ein UNESCO-Biosphärenreservat bringt die Region voran. Wer behauptet, die UNESCO-Anerkennung würde die Wirtschaft ausbremsen, liegt falsch und raubt den Menschen ein Stück Zukunftsperspektive. Wir haben die Kernzonen in der Hauptsache extra in den Landeswald gelegt, um Privatwaldbesitzer zu schonen. Es gibt keine Einschränkungen für Bürger und Wirtschaft, die mit dem Biosphärenreservat zu tun haben. Alle Erfahrungen mit anderen Biosphärenreservaten zeigen, dass die Menschen sie als Gewinn ansehen.“

Aeikens verwies darauf, dass das Land seit Jahrzehnten in die Region viel investiert habe. Aeikens weiter: „Ohne die nötige Akzeptanz in der Gemeinde Südharz und damit für einen Großteil der Gesamtfläche des Biosphärenreservates ist das Engagement des Landes nicht weiter aufrecht zu erhalten. Unter dem Mantel eines Biosphärenreservates konnte eine nachhaltige Regionalentwicklung des Südharzes implementiert werden, ist ein Rahmenkonzept zur Entwicklung der Region für die nächste Dekade erarbeitet worden und wurden zahlreiche Projekte initiiert, begleitet und umgesetzt. Das hat Kraft, Personal und Finanzen gebunden. Die Chance, die jahrzehntelange, erfolgreiche Entwicklung des Biosphärenreservates mit der UNESCO-Anerkennung zu krönen, ist durch die Gemeindevertreter um Bürgermeister Rettig vertan.“

Aeikens machte deutlich, dass das Umweltministerium bis über die Schmerzgrenze hinaus zu Kompromissen mit der Gemeinde Südharz bereit war. Nach der Klage der Gemeinde Südharz (damals Rottleberode) vor dem Landesverwaltungsgericht in Halle (Saale) wurde einem außergerichtlichen Vergleich zugestimmt. Auf immer neue Forderungen des Bürgermeisters der Gemeinde Südharz, Ralf Rettig, wurde entgegenkommend reagiert. Bis zuletzt wurde um eine einvernehmliche Einigung zum Entwurf einer separaten Vereinbarung mit der Gemeinde gerungen. Aeikens: „Rettig blockierte am Ende jeden Kompromiss.“ Selbst die Vermittlungsaktivitäten der Landtagsabgeordneten André Schröder und Nadine Hampel, die Schützenhilfe von Wirtschaftsministerin Prof. Wolff und zuletzt von regionalen Wirtschaftsakteuren wurde seitens des Gemeindebürgermeisters ausgeschlagen.

135 Bündnispartner fanden sich zum Aktionsbündnis Pro BioRes zusammen, darunter 96 Un-ternehmen, insbesondere Hotels und Gaststätten. Über 5000 Unterschriften wurden zur Unter-stützung des UNESCO-Antrages gesammelt.

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Hintergrund

Das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz erstreckt sich über ca. 30.000 Hektar im südlichen Harz (Landkreis Mansfeld- Südharz). Im Gebiet leben ca. 18.950 Einwohner. Das dem Harz gürtelartig vorge-lagerte Zechsteingebiet wird bestimmt durch das Auftreten löslicher Gesteine wie Gips, Salz, Kalk und Dolomit und deren durch Lösungsverwitterung entstandene Oberflächenformen.

Erste Bemühungen, ein Biosphärenreservat einzurichten, bestanden bereits seit 1980. Nach 1990 ent-stand die Idee, ein länderübergreifendes Biosphärenreservat zu gründen. Nachdem die Länder Thüringen und Niedersachsen 2007 von dieser Idee Abstand nahmen, wurde die Ausweisung in Sachsen-Anhalt allein weiter betrieben. Im April 2009 erklärte die Landesregierung die Karstlandschaft Südharz zum Bio-sphärenreservat in nationaler Anerkennung.

Im Gebiet befinden sich 6 Naturschutzgebiete mit einer Größe von 5.075 ha. Unter Berücksichtigung der Gebietsüberlagerungen ergibt sich ein europäischer Schutzstatus im Rahmen des Natura 2000-Gebietsnetzes für 10.678 ha (6 FFH-Gebiete und 1 EU SPA-Gebiet), d. h. für 35,6 % der Fläche.

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Quelle: www.presse.sachsen-anhalt.de