15.09.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Natur – Hinter die Kulissen geblickt

15.09.2013 22:59 Uhr
Bernd Ohlendorf (rechts)
Auch Bernd Ohlendorf (rechts) von der Referenzstelle für Fledermausschutz Sachsen-Anhalt stellte seine Arbeit vor.   (BILD: STEFFI ROHLAND)
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Von Steffi Rohland
Die Verwaltung des Biosphärenreservats „Karstlandschaft Südharz“ zeigte erstmals öffentlich ihre Räume und stellte ihre Arbeit vor. Zudem präsentieren sich der Förderverein und die Referenzstelle für Fledermausschutz in Sachsen-Anhalt.
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ROSSLA/MZ. Die Mitarbeiter des Biosphärenreservates „Karstlandschaft Südharz“ machen manchmal auch fast Unmögliches möglich: Damit der Rollstuhlfahrer Ronald Kopf am Sonnabend den „Tag der offenen Tür“ in der Verwaltung in Roßla besuchen konnte, trugen ihn Olaf Bringmann und Alexander Haupt kurzerhand die Treppe hinauf. So konnte auch der Rollstuhlfahrer an der Veranstaltung teilnehmen, bei der das Biosphärenreservat erstmals einen Blick hinter die Kulissen seines Hauptquartiers erlaubte und dort Werbung in eigener Sache machte.
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Wanderfreunden und Besuchern von Regionalmärkten sind die meisten Mitarbeiter der Verwaltung gut bekannt. Bei Vorträgen, Wanderungen und an Infoständen berichten sie regelmäßig über ihre Arbeit und die Ziele des Großschutzgebietes. Nun sahen die Gäste aber auch, wie viel Kleinarbeit hinter den präsentierten Daten und Fakten steckt. So erfuhren Gisela und Christian Billinger aus Gonna zum Beispiel, dass für Armin Hoch und Harald Bock der tagelangen Forschungsarbeit in Wald und Flur die Dateneingabe in spezielle Computerprogramme folgt.
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Helmut Haake aus Kelbra kannte bereits Uwe Kramer von den Sonntagswanderungen auf dem Karstwanderweg. „Ich wollte auch mal die anderen Kollegen kennenlernen“, sagte er. „Außerdem erfährt man viele Details.“ Sein besonderes Interesse weckte die nahezu unbekannte Karstbibliothek. 9 000 bibliophile Werke zum Thema Karstlandschaft kann Brigitte Masny den Lesern zur Einsicht vorlegen. „Für Neuanschaffungen haben wir leider kein Geld“, sagt Christiane Funkel, die amtierende Leiterin des Biosphärenreservates. „Da sind wir auf Spenden angewiesen.“

Für Eckhard und Helga Krüger aus Hohlstedt war der Technikstand der Landschaftspfleger der erste Anlaufpunkt. Alexander Haupt berichtete dort über die Arbeit der sechs Kollegen, die unter anderem als „Feuerwehr“ in verbuschten Streuobstwiesen eingesetzt werden. Denn zahlreiche geschützte Orchideenstandorte sind nur durch die Mahd zu erhalten.

Aber auch die Pflege des Karstwanderweges könnte von den Kommunen oder in ehrenamtlicher Arbeit gar nicht bewerkstelligt werden. Dazu gehört nämlich die ständige Erneuerung von zerstörten Schildern, Bänken und Geländern. Aber auch die Herstellung von Sitzraufen und der Rahmen und Aufsteller für Infotafeln erfolgt in der eigenen Werkstatt, die vom Mitarbeiter Olaf Bringmann vorgestellt wurde. In regelmäßigen Abständen bekommt er dabei Hilfe von Praktikanten oder Menschen, die ein sogenanntes freiwilliges ökologische Jahr absolvieren.

Auch innerhalb der Junior-Ranger-Ausbildung wird von den Mädchen und Jungen zu Hammer und Nägeln gegriffen, um zum Beispiel Nistkästen zu bauen. In der Karstwichtelhöhle konnten die Besucher ihr Wissen rund um die Natur und ihre Geschicklichkeit testen. Egbert Freisinger erläuterte den Besuchern die geografischen Karten, in denen verschiedene Lebensraumtypen erfasst werden. Natürlich erfuhren die Besucher auch etwas über die unvermeidliche Verwaltungsarbeit. Außerdem präsentierten sich der Förderverein und die Referenzstelle für Fledermausschutz Sachsen-Anhalt.

Quelle: www.mz-web.de

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