Sehr geehrter Herr Rettig, sehr geehrte Gemeinderatsmitglieder,

aus der Presse habe ich erfahren, dass die Gemeinde Südharz als einzige der fünf Gemeinden den Antrag zur UNESCO-Anerkennung nicht unterschreiben wird. Das ist natürlich bitter für die anderen vier Gemeinden, die die Chancen einer UNESCO-Anerkennung erkannt haben und für ihre Region nutzen möchten.

Die Landesregierung überlässt den Gemeinden vor Ort die Entscheidung, sprach sich aber bisher auch für die UNESCO-Anerkennung aus. Schließlich ist es nicht nur eine Auszeichnung für Land und Kommunen sondern auch für Deutschland, wenn eine internationale Organisation der Vereinten Nationen einen Landschaftstyp als Biosphärenreservat auserwählt. Derzeit gibt es nur 15 Biosphärenreservate in Gesamtdeutschland und die Karstlandschaft Südharz würde auf einer Stufe z.B. mit dem Wattenmeer, dem Spreewald oder der Schwäbischen Alb stehen. Das ist großartig, wenn man bedenkt, welche Chancen dieser Status auch für Wirtschaft, Tourismus und Bildung hat! Dass eine Region wie der Südharz nach wie vor als Kulturlandschaft wirtschaftlich genutzt wird, steht natürlich außer Zweifel (s. UNESCO-Dokumente) und so verstehe ich den Beschluss der Gemeinde Südharz nicht, hier für die Region, das Land und die Menschen die richtige Entscheidung zu treffen.

Was kann die Ursache sein? Wurde der Gemeinderat zu wenig über die Möglichkeiten, die Region in vielfältiger Weise aufzuwerten informiert? Haben sich die Verantwortlichen bei Gemeinderäten oder Bürgermeistern von Gemeinden in anderen Biosphärenreservaten schon einmal erkundigt, welche Vorteile der Status für die Kommunen und Gemeinden bringt? Wenn nur ein Gemeinderat von fünf Gemeinderäten gegen eine UNESCO-Anerkennung stimmt, so wird er wohl Gründe dafür haben. Aber sind diese Zweifel wirklich umfassend geprüft? Wurden seine Argumente schon einmal mit Gemeinderäten oder Bürgermeistern anderer Orte in Biosphärenreservaten Deutschlands besprochen?

Die großen Möglichkeiten, die eine Region mit der UNESCO-Anerkennung bekommt, sollten nicht durch eine mangelnde Information der Gemeinderatsmitglieder vertan werden.

Darum bitte ich Sie, sich und den Gemeinderat zu informieren, welche große Auszeichnung die UNESCO-Anerkennung für Deutschland, Sachsen-Anhalt und den Südharz ist. Vor allem aber welchen Nutzen sie bringt und ob Ihre Zweifel oder Gegenargumente wirklich begründet sind. Bitte fragen Sie andere Bürgermeister, z.B. aus der Rhön oder der Schwäbischen Alb, denn solch eine große Chance, den Südharz im Sinne der Vereinigten Nation so hoch aufzuwerten kommt niemals wieder und sollte nicht durch mangelnde Information von Gemeinderatsmitgliedern vertan werden. Ein gut durchdachtes internationales Zukunftskonzept mit gleichzeitiger wirtschaftlicher Nutzung der Kulturlandschaft (wie bisher) ist ein unbezahlbares Pfund, mit dem die Gemeinden beschenkt werden und sie sollten es dankbar annehmen, damit ihre Region zu den wenigen „Modellregionen von Weltrang“ gehören wird.

Mit freundlichen Grüßen

Annette Westermann

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http://www.unesco.de/deutsche_biosphaerenreservate.html

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