07.03.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Karstlandschaft Südharz

Befürworter des Biosphärenreservats fordern zum Protest auf

07.03.2013 17:28 Uhr | Aktualisiert 07.03.2013 17:44 UhrBiosphärenreservat «Karstlandschaft Südharz».  (Bild: MZ-Grafik).

Von Helga Koch
Der Rat der Gemeinde Südharz hatte es abgelehnt hat, einen Antrag bei der Unesco auf Anerkennung der Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz zu stellen. Jetzt ruft der Verein „Zukunft im Südharz“ die Befürworter eines Reservats dazu auf, Kommentare und Proteste an Südharz-Bürgermeister Ralf Rettig (CDU) sowie ans Landes-Ministerium zu schicken.
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SÜDHARZ/MZ. Der Streit über den möglichen Antrag Sachsen-Anhalts auf Anerkennung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz durch die Unesco ist offensichtlich längst nicht vom Tisch. Denn obwohl der Südharz-Gemeinderat in der vorigen Woche mit deutlicher Mehrheit den Antrag abgelehnt hat, halten die Befürworter der Unesco-Anerkennung an ihrem Ziel fest. Der Verein „Zukunft im Südharzhat jetzt „alle Unterstützer, Bündnispartner und Wirtschaftsbetriebe“ aufgerufen, Kommentare und Proteste an Südharz-Bürgermeister Ralf Rettig (CDU) und ans Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt zu schicken. Die Zahl der Unterschriften, die der Förderverein des Reservats gesammelt hat, ist auf 5 957 gestiegen; gesammelt wird auf Listen und im Internet.

Bürgermeister erwartet Reaktion

Die Hoffnung, dass das letzte Wort eben doch noch nicht gesprochen worden sein könnte, hat Rettig selbst genährt. Überraschend hatte er nach der Entscheidung seines Gemeinderates in einem Interview geäußert: „Die Möglichkeit bestünde, und das liegt jetzt am Land oder am Umweltministerium, doch noch eine belastbare Vereinbarung eventuell in den nächsten Monaten mit dem gleichen Nenner, das heißt Ministerium und Gemeinde, hinzubekommen.“

Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) hatte zunächst enttäuscht auf die klare Ablehnung aus der Gemeinde reagiert. Schließlich hatte er über Monate hinweg durch Anwälte mit dem Anwalt der Gemeinde ein solche Vereinbarung auszuhandeln versucht. Und dabei Zugeständnisse angeboten, wie es sie gegenüber anderen Kommunen bisher nie gegeben hatte, wie er selbst in einer öffentlichen Gesprächsrunde in Roßla einräumte. Im Ministerium, hieß es deshalb noch vor kurzem, habe man über die beharrliche Geduld Aeikens’ gestaunt. Aber damit war es nach dem Nein aus dem Südharz dann wohl auch beim Minister schlagartig vorbei, denn er ließ erst mal alle öffentlichen Veranstaltungen des Reservats absagen.
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„Etwas gelähmt gefühlt“

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Doch trotzdem, sagt Reservatsleiter Holger Piegert, „läuft der Betrieb bei uns normal weiter. Wir arbeiten jetzt seit elf Jahren hier. Es ist nicht so, dass wir morgen die Türen zuschließen werden.“ Er räumt jedoch ein, dass sich ein Teil der 30 Mitarbeiter erst mal etwas gelähmt gefühlt habe. Nun warte man, welche Entscheidungen in Magdeburg fallen. Doch dort erhitzt das Biosphärenreservat durchaus die Gemüter, freilich vorerst hinter den Kulissen. Das Thema, heißt es inoffiziell, werde in den unterschiedlichsten Gremien „heftig diskutiert“. Der Minister hat übrigens sein Versprechen gehalten. Er hat für Donnerstagnachmittag Privatwaldbesitzer zum Gespräch ins Ministerium eingeladen, sagte Pressesprecher Detlef Thiel auf Anfrage der MZ.                                                           

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Quelle: www.mz-web.de

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