Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt
des Landes Sachsen – Anhalt
Minister Dr. Hermann Onko Aeikens
Pressestelle
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg                                                              Aschersleben, 4.3.2013

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Hermann Onko Aeikens,

mit diesem Schreiben möchte ich Ihnen meine Meinung zur ablehnenden Haltung der Gemeinde Südharz gegenüber der UNESCO – Anerkennung des Biosphärenreservates „Karstlandschaft Südharz“ mitteilen. Ich hoffe, dass ich mit meinem Standpunkt viele unausgesprochene Worte aus der Gemeinde Südharz einfangen konnte.
Es ist schade, dass sich die Entscheidungsträger der Gemeinde Südharz ihrer Naturschätze vor der Haustür nicht bewusst sind. Ich bin in Rottleberode aufgewachsen und beobachte mit Sorge, wie sich einige Personen über Köpfe hinweg entscheiden, Meinungen manipulieren, Fehlinformationen verbreiten. Jahrelang wurde so unter der Südharzer Bevölkerung besonders in Rottleberode ein Feindbild gegenüber dem Biosphärenreservat aufgebaut. Mit Erfolg, wie es scheint. Sogar Kindertagesstätten wird die Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat verwehrt. Wo bleibt da die Achtung vor der Natur und folglich seinem Mitmenschen gegenüber?
Erschreckend, dass viele Bürger im Südharz unwissend darüber sind, wo die „Reise“ hingehen soll. Mit der Parole „Wirtschaft geht vor“ wird immer das gleiche unhaltbare Argument angebracht. Das ist beschämend für die Region Südharz und nicht gerade förderlich für ihre Entwicklung in vielseitiger Hinsicht. Wo bleibt der Sinn und Verstand jedes einzelnen Individuums, sich in Zeiten vielseitiger Medienpräsenz über die Funktion und Bedeutung eines Biosphärenreservates zu informieren, statt lauthals dagegen zu wettern?
Wie kann solch eine schwerwiegende Entscheidung, wie eine weltweite Anerkennung, die auch das Gemeinwohl über regionale Grenzen hinaus betrifft, in die Hände einer wenigen, zu einseitig denkenden Personen gelegt werden? Der Bürgermeister der Gemeinde Südharz und sein treues Gefolge zeigen ja offensichtlich, was sie von einer UNESCO – Anerkennung halten. Hauptsache die Holzverarbeitung boomt in Rottleberode. Was hat das aber mit einer Gemeinde zu tun, wenn nicht alle Interessen in der Entwicklungsplanung berücksichtigt werden? Dass der Südharz vorrangig, wegen seiner einzigartigen Naturraumausstattung, zum Gebiet für die Entwicklung von Tourismus und Erholung ausgewiesen ist, wird dabei kaum berücksichtigt.
Das der Tourismus im Südharz nicht richtig in Fahrt kommt, ist kein Wunder, so wie an allen Stricken gezogen wird, um das zu verhindern. Zahlreiche Unternehmen im Südharz verdienen ihr Ein-kommen in der Tourismusbranche. Nicht um sonst haben sich viele regionale Unternehmen, die vom Tourismus leben, sich dem Aktionsbündnis „Rettet das Biosphärenreservat“ angeschlossen. Sie hoffen, mit dem UNESCO-Titel ihre Angebotspalette besser vermarkten und erweitern zu können. Die Förderung des Tourismus im Südharz steigert doch ebenfalls die Wertschöpfung der Region.
Die Gemeinderäte, als Vertreter vielseitiger Interessengruppen, müssen dazu aufgerufen werden, den Irrglauben zu entrinnen, dass ein Biosphärenreservat als Wirtschaftsbremse darstellt. In den zurückliegenden Jahren konnte sich die holzverarbeitende Industrie im Südharz doch sehr gut etablieren und beabsichtigt zu expandieren. Da steckt auch eine starke Interessenvertretung dahinter. Auf Grundlage des Rahmenkonzeptes des Biosphärenreservates ließe sich ein tragfähiges zukunftsweisendes Konzept entwickeln, das hilft, die Interessen touristischer Akteure im Südharz und angrenzender Destinationen stärker zu bündeln.
Damit weiterhin eine blühende, wirtschaftlich gut da stehende Natur- und Kulturlandschaft im Südharz Bestand haben soll, müssen die wenigen guten Chancen, die sich für die gesamte Gemeinde Südharz ergeben, genutzt werden. Was können wir sonst voller Stolz unseren Kindern als zukunftweisendes Erbe hinterlassen, außer Fabrikruinen, leerstehende Häuser….?
Ich bitte Sie, das Biosphärenreservat „Karstlandschaft Südharz“ nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Diese einzigartige Natur- und Kulturlandschaft hat, trotz der ablehnenden Haltung verblendeter Gemeinderäte, seine Daseinsberechtigung verdient.

Mit freundlichen Grüßen
Silvana Dirnberger

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