29.01.2013 – Mitteldeutsche Zeitung

Sangerhausen

Tauziehen um Vereinbarung fürs Reservat

VON HELGA KOCH, 29.01.13, 19:49h, aktualisiert 29.01.13, 21:02h

SÜDHARZ/MZ. Der jahrelange Streit um die Unesco-Anerkennung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz als Weltnaturerbe spitzt sich zu. Ursprünglich sollte der Südharz-Gemeinderat in der Ratssitzung am Mittwochüber eine Vereinbarung mit dem Land und die Zustimmung zum Unesco-Antrag beschließen. Doch die Vereinbarung ist in Detailfragen noch nicht abgestimmt, hieß es am Dienstag aus dem Magdeburger Umweltministerium. Und die Gemeinde macht ihre Zustimmung zum Unesco-Antrag von dieser Vereinbarung abhängig.

Frist bis Ende Februar gesetzt

Offensichtlich ist aber nun die Landesregierung mit ihrer Geduld allmählich am Ende. Denn Anfang Januar hatte es im Beisein von Umweltminister Hermann Onko Aeikens, Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff und Südharz-Bürgermeister Ralf Rettig (alle CDU) ein Gespräch in Magdeburg gegeben. Wie Aeikens betont, seien dabei die wesentlichen Eckpunkte der Vereinbarung abgestimmt und ein vernünftiger Konsens gefunden worden – und darin sei man sich auch mit dem Bürgermeister einig gewesen. Doch noch länger will sich der Minister nun nicht mehr gedulden: „Um die Anerkennung herbeizuführen, muss Rettig spätestens Ende Februar einen Gemeinderatsbeschluss herbeiführen.“ Zugleich sagt Aeikens unmissverständlich, dass der Antrag ohne die Unterschrift des Vertreters der Gemeinde Südharz nicht an das zuständige Komitee geschickt werde.

Rettig fordert seit Jahren, die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Region müsse gesichert werden, insbesondere am Standort Rottleberode – und will das in besagter Vereinbarung festschreiben lassen. Der Gemeinderat hatte im Sommer 2012 bereits seinem Antrag zugestimmt, eine Teilfläche aus dem geschützten Gebiet herauszulösen. Das Biosphärenreservat war bereits 2009 per Allgemeinverfügung vom Land ausgewiesen worden, und schon damals hatte die Gemeinde Rottleberode dagegen geklagt.

Den Vorwurf, die Öffentlichkeit und die Menschen in der Region nicht ausreichend in das Projekt Biosphärenreservat einbezogen zu haben, weist der Umweltminister zurück: „Zu jeder Zeit gab es die deutliche Ansage, das Biosphärenreservat zuerst nach Landesrecht auszuweisen und danach die Unesco-Anerkennung zu beantragen.“ Wie in der Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD verankert, sollte das zeitnah passieren, „so dass die Unesco möglichst im kommenden Jahr die Anerkennung aussprechen kann.“

Wertschöpfungskette Holz

Die „Gegenposition“, kritisiert Aeikens, beschränke sich nach wie vor darauf, dass wirtschaftliche Beeinträchtigungen „befürchtet“ würden. Nachteile sehe er jedoch nicht: „Gerade im Grundgedanken eines Biosphärenreservates – das Miteinander von Wirtschaft und besonderer Naturlandschaft – steckt die Absicht, Nachteile für eine Seite zu verhindern.“ Ein besonderer Schwerpunkt werde zum Beispiel die Entwicklung der Wertschöpfungskette Holz sein.

Auch Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff sagte gegenüber der MZ, sie habe keine Befürchtungen, dass das Biosphärenreservat ein Nachteil für die regionale Wirtschaft sein solle. Vielmehr eröffne das Biores neue Chancen.

Quelle: www.mz-web.de

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