19.01.2009 – Mitteldeutsche Zeitung

Gipsindustrie versucht Biosphärenreservat zu bremsen

KNAUF-Ort Rottleberode will UNESCO-Antrag weiter blockieren

ROTTLEBERODE – Auch nach der breiten politischen Zustimmung für die Ausweisung des Biosphärenreservats Gipskarstlandschaft Südharz nach Landesrecht hält die Blockade des Naturschutzgroßprojekts durch Rottleberode an.

Geht es nach dem Bürgermeister von Rottleberode Ralf Rettig, wird die Gemeinde einem geplanten Antrag auf Anerkennung als Weltnaturerbe bei der Unesco im Jahr 2012 nicht zustimmen. Für die Ausweisung ist jedoch nach Unesco-Kriterien ein einmütiges Votum aller betroffenen Kommunen erforderlich.

Die sachsen-anhaltiner Gemeinde Rottleberode an der Landesgrenze zu Thüringen wird vom Gipskonzern KNAUF dominiert. KNAUF betreibt dort ein Gipswerk, dass im größten aktiven Tagebau der Gipskarstlandschaft den Alten Stolberg in Thüringen abbaut und dem Ort Arbeitsplätze und Steuereinnahmen beschert. Entsprechend politisch abhängig ist der Bürgermeister von dieser Firma.

Rettigs Argumente gegen das Biosphärenreservat (wirtschaftliche Einbußen durch verschärfte Einleitbedingungen für Abwässer) wirken vorgeschoben, da die von ihm befürchteten Änderungen nichts mit dem Schutzstatus, sondern mit allgemeinen Umweltauflage durch die EU und Landesrecht zu tun haben. Das lässt vermuten, dass KNAUF ein länderübergreifendes Schutzgebiet im Keim ersticken will, und in Thüringen über die bestehenden – für viele Jahrzehnte reichenden – Gips-Abbaugenehmigungen hinaus weitere Gebiete in Steinbrüche umwandeln möchte.

Quellen: KNU, Mitteldeutsche Zeitung

www.naturschatz.org

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